Donnerstag, 27. Juni 2013

Emil baut 'ne Arche


Als wir vor knapp drei Jahren unsere Parzelle übernahmen, gab es vom Kleingartenverband gleich eine ganze Liste mit Auflagen dazu, die wir Neulinge zu erfüllen hatten. Zum großen Teil bestanden die darin, dass wir die Bäume anständig beschneiden und die Hecke von daraus hervor gewucherten Sträuchern befreien mussten. Vor lauter Glück und Enthusiasmus haben wir dann gleich noch den Bauerngarten angelegt und die Rabatten verlängert.

Und hörig, wie gierige Neupächter nun mal sind, nahmen wir uns die vielen wohlwollenden Ratschläge zu Herzen, uns doch gleich „anständige“ Komposter anzuschaffen. Gesagt, getan. Gleich drei riesige Plastikungeheuer zogen bei uns ein. Die Frage, was wir in ein paar Jahren mit all dem „Gärtnergold“ machen würden, stellten wir uns in all dem Eifer natürlich nicht. Wir schredderten alles, was der Garten hergab, mischten die abgestochenen Grassoden mit Häckseln, füllten die hungrigen Monster mit Grasschnitt, abgeworfenen Äpfeln, reicherten mit Hornspäne und Urgesteinsmehl an – kurz: züchteten uns den perfekten Kompost für die Ewigkeit.

Die drei Gesellen im überzeugenden Baumarktschick wurden mit der Zeit windschief. Und ihre Hüften fülliger – wir gaben ihnen durch knallrote Spanngurte die verlorene Taille zurück und pflanzten eine Hecke davor, damit wir sie nicht mehr sehen mussten. Sie taten alles, was wir von ihnen verlangten. Sie produzierten Erde und hielten still. Nur eines, eines taten sie nicht: Den Kompost durch die Klappe kurz über ihren Füßen wieder herzugeben, so, wie alle es immer anpriesen.

In der Zwischenzeit wurde uns auch klar, dass wir all den Kompost, wollten wir nicht irgendwann die Leiter an unsere Beete anlegen, niemals komplett verwenden konnten. In diesem Jahr nun haben wir kurzen Prozess gemacht und uns entschlossen, dem Kompost ein neues Heim zu geben – er sollte umziehen in ein Hochbeet!

Von Anfang an lag ich meinem Emil damit in den Ohren, nun hat er mich erhört. Ja, so ein Emil ist was Feines! Man muss nur wissen: Wenn er sagt, er baut ein Hochbeet, dann baut er ein Hochbeet. Lässt U-Profile vom Schlosser verschweißen und macht auch vor 4 m langen Bohlen, die ja eigentlich im Straßenbau zu Hause sind, keinen Halt.

Und wisst Ihr was? Ich bin im Glück! Habe statt eines lumpigen Hochbeets gleich eine ganze Arche Noa bekommen, und ein Komposter ist auch an Bord. Nur eines gibt es nicht mehr bei uns. Baumarktschick in dunkelgrün.


Links das Corpus delicti, rechts das neue Hochbeet im Werden. U-Profile
aus Stahl bilden das Gerüst, Straßenbaubohlen die Wände.
Der Boden bleibt offen, wird nur durch ein fein-
maschiges Gitter abgedeckt, in der Hoffnung, dass
die Wühlmäuse keine Lust haben, sich hier durch-
zuknabbern. Die Seitenwände haben wir mit Folie
bespannt, um das Holz vor Nässe zu schützen. 
4 m Seitenlänge gaben es her, dass wir den hinteren
Teil als Hochbeet, den vorderen als neuen Kompost
nutzen. Eine Trennwand sorgt für Ordnung. 
Hier noch einmal die Seitenkonstruktion
Der Blick aus der anderen Richtung
Die vollendete Arche. Die vordere Wand lässt sich öffnen -
und macht 'ne gute Figur, oder?




Kommentare:

  1. Deinen GG leihe ich mir sofort aus mit Hochbeet !
    Sagenhaft so in schönes Hochbeet
    und auch solider Komposter

    Nur hätte ich den Komposter noch einmal unterteilt zum Sammeln und Reifen , wir nehmen dazu Schalbretter , die in Holzleisten liegen auch herausnehmbar
    Frauke

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    1. Liebe Frauke, das hatten wir auch erst vor, haben uns dann aber doch dagegen entschieden. Ja, so ein Holzkomposter ist viel cooler!
      Liebe Grüße
      Dagmar

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  2. Liebe Dagmar,
    solch GGs sind wirklich Gold wert!
    :-) Toll hat er das gemacht!
    Was willst du in dein Hochbeet pflanzen?
    Hast du schon? Gemüse? :-)
    Ganz viele liebe Grüße
    sendet dir Urte

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    1. Liebe Urte, im ersten Jahr Kürbisse und Kartoffeln, da es praktisch reiner Kompost ist und der Stickstoff erst einmal etwas "rausgezogen" werden muss. Im nächsten Jahr kommen dann die Mittelzehrer! Mal sehen, vielleicht ernte ich ja Riesen-Hokkaidos!
      Viele liebe Grüße
      Dagmar

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  3. Hallo Dagmar,
    Glückwunsch zu Emil und der Arche!!!!! :)
    Wir hatten jahrelang 2 Hochbeete aus Holz, bis sie dann dem Gartenhäuschen weichen mußten. Es ist ein schönes gärtnern so hoch überm Boden und außerdem hat unsere Schneckenkolonie den Weg dorthin nur schwer gefunden.
    Dir noch ein schönes WE
    Dagmar

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    1. LIebe Dagmar,
      oh, darauf hoffe ich auch! Und allein das Bepflanzen mit Kürbissen war in dieser Höhe schon ganz wunderbar! Ich freue mich schon sehr auf's nächste Jahr!
      Viele liebe Grüße
      Dagmar

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  4. Hallo Dagmar,
    ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass der Komposter aus dem Baumarkt nicht gut funktioniert. Obwohl ich das Luxusmodell habe. Das Entnehmen aus der Klappe geht gar nicht, der Kompost trocknet an den Seiten leicht aus, ist schwierig innen gleichmäßig zu verteilen, sodass keine Löcher entstehen, und Kompost entnehmen geht nur wenn man das Teil komplett zerlegt.
    Ich denke der ist nur sinnvoll am Wohnhaus, wenn man wenig Platz hat und alles "sauber" aussehen soll. Im Kleingarten ist der gute alte Komposthaufen viel besser, den kann man auch mal umschichten. Oder deine neue Kompostmiete mit Hochbeet, super! Leider habe ich keinen Emil zuhause...
    Viele Grüße

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    1. Genauso sehe ich das auch, liebe Hammerstein - die Teile sind einfach nur hässlich und funktionieren nicht. Ein einziger Ärger! Nur Emils können einem da helfen!
      Viele liebe Grüße
      Dagmar

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  5. Super, Euer Hochbeet Dagmar!

    Ihr werdet sehen - so ein Hochbeet ist eine feine Sache. ich hatte nie schönere Möhren und Radies als im Hochbeet. Auch Fenchel gedeiht sehr prächtig.
    Ich brauche jetzt unbedingt noch ein drittes Hochbeet für die Fruchtfolge :-)

    Viele Grüße von Renate

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    1. Danke, liebe Renate. Ich hoffe doch, dass ich diese Erfahrungen im nächsten Jahr auch machen darf! Am Boden wird das nix mit Möhren und Co!
      Ein drittes Hochbeet - ich rede mal gleich mit meinem Emil! =)
      Viele liebe Grüße
      Dagmar

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  6. Das sieht ja wirklich toll aus und so ordentlich!
    Würde ich mir auch wünschen...

    Bei mir wurden aus anfangs einem Komposter (die einfachen, mit Holzbrettern, die man ineinandersteckt) jetzt drei Stück. Vorne immer der aktuelle zum Befüllen, der zweite hat dann immer die "unreife" Erde mit Grobanteilen drin und der dritte ist der,der im Herbst und Frühjahr ausgeleert wird.Man muss den Inhalt ja auch umschichten, damit da nix anfängt zu stinken.
    Umgeschichtet wird bei uns immer im Frühjahr und im Herbst, dann ist jeweils im letzten Komposter wieder eine Menge Erde reif.

    Ich finde diese frische Erde immer herrlich, beim Umschichten und Sieben. Die ganzen Tierchen, die da drin leben sind ja auch immer sehr interessant anzusehen und erst die Horden von Babyregenwürmchen! :-)

    Da merkt man immer erst, was die Welt und die Natur für ein Wunderwerk sind...machen aus Abfall wunderbare, dunkle, duftende Erde!

    Ich wünsch dir ganz viel Freude mit deinem Hochbeet! Sowas steht auch noch auf meiner Liste... wenn "mein" Emil mal Lust hat...

    Ganz liebe Grüße
    Susi

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  7. Vielen Dank, liebe Susi! Ich werde ja sehen, wie die Kürbisse und Kartoffeln wachsen. Im nächsten Jahr, wenn der erste Stickstoffschwall abgezogen ist, probiere ich dann feinere Gemüse...
    Liebe Grüße
    Dagmar

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  8. Zu diesen Baumarktkompostern habe ich vor Jahren mal einen erheiternden Thread in einem Gartenforum gelesen.Wir haben sehr gelacht. Ich weiß gar nicht, warum die Dinger noch verkauft werden, bzw gekauft werden. Funktionieren tun die nicht.
    In unserem Garten hatten wir von Anfang an diese Lattenkonstruktionen, die ein paar Jahre hielten und dann ausgetauscht wurden. Das war ok. Jetzt verabschieden wir uns grad von unserem Kompost, weil ich einfach nicht mehr weiß, wohin damit. Es gibt ja auch Biotonnen.
    Dein Emil hat aber ganze Arbeit geleistet. Klasse. So ein Hochbeet ist doch sehr rückenfreundlich.

    Viele Grüße
    Margrit

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    1. Liebe Margrit,
      ich erinnere mich auch an eine Formulierung von Elke (Günstig gärtnern), sie sprach von "alten Bekannten", die ihr beim Öffnen der Ungeheuer wieder begegnet sind - die Dinger sind einfach ein Graus!
      Danke! Ja, so ein Gärtnerinnenrücken kann fürchterlich schmerzen =)

      Liebe Grüße
      Dagmar

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  9. Liebe Dagmar,

    als ich meinen Garten übernommen habe, war das Erste, was ich gemacht habe: ich habe mich von diesen unmöglichen Plastekompostern getrennt. Eigentlich mehr aus Schönheitsgründen - Erfahrungen gemacht hatte ich damit noch nicht, aber ich fand sie einfach nur häßlich. Jetzt habe ich auch solchen Lattenkomposter. Holz macht sich einfach besser im Garten. Wobei ich auch nicht mehr alles reinschmeiße. Letzendlich weiß man dann wirklich nicht mehr wohin mit der ganzen Erde.

    Dein Hochbeet mit Komposter sieht natürlich super aus. Da sieht man gleich, dass da ein Fachmann am Werk war.

    Liebe Grüße
    Jutta

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    1. Danke, liebe Jutta,

      siehst Du, und ich habe drei Jahre lang diese Ungeheuer ertragen - unglaublich! Ich finde auch, alles was irgendwie natürlich aussieht, ist einfach erträglicher, egal, was der Inhalt sein mag.

      Liebe Grüße, Dagmar

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  10. na da hat ja der emil wieder einmal großartiges geleistet, sieht gut aus und ich finde die doppelnutzung eine gute idee. Ich bin gespannt was dann alles so im Hochbeet wachsen darf.

    sonnige grüße aus mecklenburg

    Hedwig

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    1. LIebe Hedwig,

      gerade habe ich Kürbisse darauf gesetzt, da es reiner Kompost ist, muss erst mal der Stickstoff verpuffen... Und ja, so ein Emil ist was ganz Feines!

      Viele liebe Grüße, Dagmar

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  11. Hochbeete sind super! ich hab seit letztem Jahr auch 2 Stück und da wächst alles wie verrückt! Und die Schnecken habens echt viel, viel schwerer :-)

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  12. hallo Dabmar und im nächsten Jahar überholst du uns mit deinem Hochbbet alle, dort wächst ja alles durch die Wärme darin früher
    danke für dein Lob zu den Segelbildern zeige ich gerne aus erster Reihe vom Start
    grüße von Frauke

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  13. Wow, Dein Hochbeet kann sich wirklich sehen lassen. Gefällt mir total gut. Wir haben auch sehr lange überlegt, ob wir einen Komposter im Garten anlegen wollen oder nicht, haben uns aber schlußendlich dagegen entschieden, da wir den Platz einfach nicht haben.

    lg kathrin

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