Sonntag, 26. Mai 2013

igs Hamburg 2013


Vor zehn Tagen war ich in Hamburg zur Stippvisite auf der Internationalen Gartenschau. Auf der zweitgrößten Flussinsel weltweit, in Wilhemsburg, haben die Gartengestalter ganze Arbeit geleistet. Die größte Flussinsel weltweit, Manhattan, ist ja einer meiner Herzensorte – also musste ich natürlich hierhin.

Getreu dem Motto „In 80 Gärten um die Welt“ erwarteten mich achtzig mehr oder weniger durchgestylte Gärten, auf das Üppigste bepflanzte Beete, die vor Farbenreichtum nur so strotzten, manch wundersam gestaltete Ecken und eine ganze Reihe Vorzeige-Kleingärten.

Das Gelände ist in verschiedene Themen gegliedert. In der Welt der Häfen beispielsweise sind Stationen von Jule Vernes Reise ganz hamburgisch mit Schiffscontainern nachempfunden, die ganz oder teilweise bepflanzt wurden. Die Wasserwelten wollen den Besucher dazu anregen, über den Wert des Wassers nachzudenken – und das ist wirklich gelungen! Die Welt der Religionen und die Welt der Kulturen setzen jeweils typische Merkmale in Szene und entlockten mir das ein oder andere Lachen.

Nach einem ganzen Tag des Durchschlenderns, Blümchenguckens, Bestaunens und Schnupperns habe ich es ein wenig bedauert, dass ich der Gartenschau so früh im Jahr einen Besuch abgestattet habe, standen doch die meisten Pflanzen wegen des langen Winters gerade erst in den Startlöchern. Die Rosen am Rosenboulevard setzten gerade zaghaft erste Blüten an – es wird sicher ein Traum im Juni zur Rosenzeit. Ganz Gartenschau-like hatten die Veranstalter es aber geschafft, die Lücken mit den unglaublichsten Tulpen zu füllen, die so farbenprächtig daherkamen, dass mir fast schwindelig wurde.

Alles in allem für 21 Euro Eintritt sicher kein preiswerter Spaß, doch muss eine Gärtnerin ihren Geist auch manchmal auf die Weide führen.

Schnöde Wiese, olle Brücke - sagenhaft inszeniert, oder?
Stiefmütterchen, Tulpen und Kaiserkronen dominierten die Beete
Einer meiner Lieblingsgärten: Garten der Symbolik, "Beziehungskisten"
Welt der Häfen: Bamboom-Town
Welt der Häfen: Ellis Island - hat sich mir leider überhaupt nicht erschlossen
Wasserwelten: gezeigt wird, wie viele Liter Wasser nötig sind,
um bestimmte Nahrungsmittel zu produzieren
Die gestapelten Wassertanks im  Hintergrund zeigen: 470.000 Liter
Wasser werden gebraucht, um 1 Auto zu produzieren
Wasserwelten
Wasserwelten: Dunst- und Nebel-Garten
Inszenierte Wiese
Fata Morgana in der Wüste: Getränkedosen auf Glasscherben 
In der Nutzgartenabteilung I
In der Nutzgartenabteilung II
Der Eingang: Je ein Segel pro Garten



Dienstag, 21. Mai 2013

Rastlos



Ich weiß ja nicht, wie es andere Gärtnerinnen hinkriegen – das Bloggen im Mai. Ich bin ein wenig überfordert damit. Der Garten zieht mich momentan so magisch an, dass ich jede freie Minute dort verbringe. Die Gemüsepflänzchen vom Fensterbrett wollen in die Beete, der Inhalt der Samentütchen will verteilt werden, der Rasen schreit nach der ersten Mahd, die Vergissmeinnicht müssen gebändigt werden. Die Blüten der Bäume verzaubern und sind sogleich wieder verschwunden.

„Was aber ist denn nun wirklich bemerkenswert? Das Unkraut“, sagte schon Heinz Knobloch  in Gartenlust und Gartenliebe. „Das Unkraut verlangt Kenner, denn es passt sich an und wächst ganz zierlich wie gerade erst ausgesät in den Beeten. Und die frühen Sommerblumen, hier neulich nur als Samenkorn verstreut, sind aufgegangen und sehen wie Unkraut aus und verdächtig. Wen ausrupfen? Wer ist wer im Mai?“

Das versuche ich gerade herauszufinden. Kopfüber in den Beeten, die Hände tief in der Erde vergraben. Und da es sich mit geschundenen Gärtnerinnenhänden so schlecht schreibt, hier nur ein kleiner Gartenrundgang Ende Mai.


Purple Sensation - königlich im Königsbeet
Weiße Akelei - Sternschnuppen auf der Flucht?
Die ersten Lupinen
Die erste Blüte des Kaukasus-Storchschnabel
Blaue Bergflockenblume
Alpenwaldrebe Ruby

Blinder Passagier - eine Krabbenspinne?


Mittwoch, 1. Mai 2013

Der Mai ist gekommen...



... die Bäume schlagen aus! In kaum einem anderen Monat wandelt sich die Parzelle so sehr wie im Mai. Nur wenige Tage Sonnenschein lassen sie in einem völlig anderen Gesicht erscheinen. Gerade konnte ich noch die Struktur der Beete erkennen, schon wabert das frische, fette Grün wieder über die Ränder und ragt in die Wege. Wo gestern noch zwei zarte Hälmchen ragten, schießt heute eine Knospe hervor und verspricht baldigen Blütenreigen.

Und schon werde ich wieder ungeduldig! Renne so oft ich kann in den Garten und hoffe, dass die Bäume blühen, die Pfingstrosen ihre Knospen öffnen, der Austrieb der Stauden langsam Fahrt aufnimmt und die ersten Saaten aufgegangen sind. Zwar hinkt die Baumblüte etwa drei Wochen hinterher, doch die Insassen geben sich ordentlich Mühe, den langen Winter aufzuholen.

Sehr zu unserer Überraschung macht die jüngste im Bunde das Rennen: Die Süßkirsche Burlat trägt schon ordentlich Blüten in ihrem zweiten Frühling. Und setzt damit die alten Ladies ganz schon unter Zugzwang. Ich bin gespannt, wer von ihnen folgen wird, die Schattenmorelle Marke uralt oder Madame Croncel, Apfelkönigin ihres Zeichens. Der Finkenwerder Prinz jedenfalls hat erst einmal Sendepause. Ihm hatten wir im Herbst die Flügel ordentlich gestutzt – und freuen uns nun über die ersten Lebenszeichen.

Apfelbaum Croncel
Schattenmorelle
Endlich blühen die ersten Tulpen - hier die Fosteriana Purissima
Gekauft als reinweiß mit dunkelgrünem Laub - in Wahrheit rosa mit
gestreiften Blättern. Nur die Vehemenz der Blüten stimmt mein
Gärtnergemüt milde...
Fritillaria meleagris - endlich heimisch geworden
Allium Purple Sensation - ich freue mich drauf!
Ohne sie geht gar nichts im Mai - rote Pfingstveilchen
Und ohne sie erst recht nicht - Vergissmeinnicht, heute mal unscharf...


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