Mittwoch, 30. Januar 2013

Quarktorte von früher


Noch ist Winter, wir Gärtnerinnen müssen uns beschäftigen. Neulich durchstreifte ich also mal wieder mein Kochbuchregal und stieß auf eines der ältesten Exemplare in meinem Bestand. „Das Backbuch“, © 1967 Verlag für die Frau, DDR, Leipzig, 17. bearbeitete Auflage. Farbfotos waren damals noch so eine Sache – sie sind rar gesät. Die meisten Bilder kommen schwarz/weiß daher und machen eigentlich nicht unbedingt Lust auf’s Nachbacken.

Und dennoch gibt es darin ein Rezept, das ich nicht mehr missen möchte: Quarktorte ohne Boden auf Seite 28. Einfach, ohne Schnörkel und herrlich zitronig. Genau das Richtige für ein winterliches Wochenende. Obwohl sie sich gekühlt im Sommer auch ziemlich gut macht.



Zutaten:
100 g Butter
6 Eier
400 g Zucker
2 Zitronen
1kg Magerquark
100 g Gries, 1 Päckchen Backpulver
1 EL Mehl
Salz

Zubereitung:
Butter, Eigelb, Zucker, die Schale einer und den Saft beider Zitronen schaumig rühren. Den durch ein Sieb gestrichenen Quark, Gries, und das mit dem Mehl gesiebte Backpulver darunterschlagen. Den leicht gesalzenen steifen Eischnee zuletzt unterheben. In eine gefettete Springform geben und etwa 60 Minuten bei 200 Grad backen. Die Torte noch warm mit Butter bestreichen und mit Puderzucker bestäuben.

Lasst es Euch schmecken!








Sonntag, 27. Januar 2013

Grün, grün, grün...


Wann immer ich es schaffe, schaue ich auf der Grünen Woche vorbei. Neben allerlei Köstlichkeiten aus der ganzen Welt gibt es dort auch viele kleine Gartenparadiese: die internationale Blumenhalle, Blütenschauen, lange Stände mit Saatgut und nicht zu vergessen die Sonderschauen der Kleingartenverbände – kurz: alles, was das Gärtnerherz im Januar höher schlagen lässt.

Beim Betreten der Blumenhalle umströmt mich der Duft des Frühlings. Tausende Tulpen, Narzissen, Hyazinthen, Orchideen und Amaryllis blühen um die Wette. Wie auch immer es die echten Gärtner hinkriegen, dass alle Blumen pünktlich zur Eröffnung der Messehallen in voller Blüte stehen! 

Das diesjährige Motto - Boulevard der Blumen - hat sich mir allerdings nicht erschlossen. Über den prächtigen Blumenbeeten standen unmotivierte Bäume mit Unterwäsche aus den zwanziger Jahren rum und Damenkleider aus eben dieser Zeit wurden irgendwohin drapiert, wo noch Platz war. Vielleicht habe ja auch nur ich es nicht verstanden.

In den Gartenhallen hingegen fand ich Wiedergutmachung. Hier schlenderten Gleichgesinnte, denen der lange Winter ebenso ins Gesicht geschrieben stand wie mir. Sie erfreuen sich an seltenen Knollen, fetten Zwiebeln, einem Tütchen lang ersehnter Samen und fingen an miteinander zu schwatzen. „Kennen Sie die schon? Oh, die sieht aber schön aus. Das hier ist bei mir nix geworden. Grrr, das war so schön, dann hab ich meinem Nachbar was abgestochen und schon ging es bei mir ein.“






Der Stand von Samen Jehle

Aufgetankt hat sie, meine kleine Gärtnerseele. Und hier ist meine Ausbeute:

3 Knollen Ismene
1 Tütchen Saatgut für Knöterich Afghan (Persica amphibia), Jehle
2 Tütchen Saatgut für Teltower Rübchen, Jehle
1 Tütchen Saatgut Chinakohl Granat, Jehle
1 Tütchen Saatgut für Kohlrabi Blusta, Chrestensen
1 Tütchen Saatgut für Schwarzwurzeln Schwarze Pfahl, Chrestensen
1 Beutel Steckzwiebeln Stuttgarter Riesen
1 Beutel Steckzwiebeln Rote Carmen




Samstag, 19. Januar 2013

"Uffjestrapst"


Unserem Läubchen wieder das Leben von 1961 einzuhauchen – das ist unser großes Ziel. Einige Schätze haben bereits den Weg von den verstaubten Dachböden unserer Großeltern zu uns gefunden. Zusammengepfercht auf ein paar Berliner Parzellen-Quadratmetern haben sich alle bestimmt viel zu erzählen von der guten alten Zeit.

Nun sind wir nochmals einen riesen Schritt vorangekommen!

Zu den ersten Utensilien, die mit uns vor zweieinhalb Jahren in die Laube zogen, gehörte das alte Kaffeeservice von Emils Großmutter. Es ist formvollendet, der Goldrand fast verwaschen, die Tässchen sind seltsam klein – Kaffee war wohl früher wirklich kostbar. Erhaben überragt die Kaffeekanne sämtliche Tafelaufbauten. Kurz: das Service versprüht den Glanz der 60er Jahre wie sonst nichts. Und so saßen wir die letzten beiden Sommer unter unserem Apfelbaum, tranken handgefilterten Kaffee und dachten an unsere Großmütter.

Und immer wieder fiel uns der seltsame Straps ein, der um die Kannen ihrer Kaffeetafeln gespannt wurde. Meist aus buntem Vollplastik, ohne richtigen Namen, mit Schnippsgummi, verblichenem Schaumstoff und als Gesamtkunstwerk wider jeglicher Esthetik.

Der Weihnachtsmann brachte die Erklärung. Das seltsame Gestraps heißt ganz einfach: Petz-Kannenuntersetzer mit Deckelhalter. Für die Kanne. Untersetzer verstellbar, Tropfenfänger, Aromaverschluß. Wie auch immer sie es geschafft haben – unsere lieben sächsischen Gartenfreunde fanden einen solchen aus Originalbeständen, 4,10 Mark der DDR, Schlüsselnummer 6410. Seid Euch gewiss: ab sofort denken wir bei jedem weiteren Filterkaffee nicht nur an unsere Großmütter, sondern auch an Euch.

Und nun kommt unter unseren Apfelbaum! Der Kaffee ist fertig.








Montag, 14. Januar 2013

Der Gärtner im Januar



„Fällt zuwenig Schnee, brummt er mit vollem Recht, fällt zuviel Schnee, fürchtet er, dass seine ... Rosensträucher brechen. Gibt es keinen Schnee, jammert er über den verheerenden Bodenfrost; tritt Tauwetter ein, schimpft er über den verrückten Wind, der die hässliche Gewohnheit hat, im Garten das Reisig und Deckwerk herumzuwirbeln oder, zu allem Ärger noch, ein Bäumchen umzuknicken. Wagt sich jedoch die Sonne im Januar zu scheinen, greift sich der Gärtner an den Kopf, es könnte doch der Saft vorzeitig in die Sträucher schießen. Regnet es aber, bangt er um sein Alpinum, ist es trocken, denkt er mit Ängsten an seine Rhododendren... 

Dabei wäre es ein leichtes, seinen Wünschen gerecht zu werden: es würde ihm vollauf genügen, wenn es vom ersten bis zum letzten Januar neun Grad unter Null und hundertsiebenundzwanzig Millimeter Schnee hätte (womöglich leichten, frisch gefallenen Schnee), bei bedecktem Himmel und mäßigem Westwind: damit wäre alles in bester Ordnung. Aber das ist es ja: um uns Gärtner kümmert sich kein Mensch, keiner fragt nach unserm Begehren. Deshalb sieht es ja in der Welt so aus!“

Karel Capek in Das Jahr des Gärtners, was für ein wundervolles Buch!

Ich bin zufrieden. Mit -6 Grad, 3 Zentimeter Schnee, ganz leichtem Wind. Und die Parzelle ruht.





Samstag, 12. Januar 2013

Neue Kraft

Warum es hier in den letzten Wochen so still war? Eine handfeste Bronchitis hat mich geplagt. Doch seit ich Gärtnerin bin, verfüge ich über so manches Heilkräutlein mit Genesungspotenzial. Mein absoluter Favorit dabei: Salbei. Nichts hilft so, wie Dampfbäder mit Salbei. Abwechselnd noch einen Tee aus Thymian oder Pfefferminze und selbst gemachte Marmelade für die Seele.


Endlich wird es besser. Und deshalb gibt es hier auch bald wieder was zu lesen.


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