Montag, 11. November 2013

Das Gemüse wächst im nächsten Jahr bei...


... Jutta von http://meine-hobbywelt.blogspot.de! Herzlichen Glückwunsch, liebe Jutta! Hab viel Spaß beim Lesen und vielleicht wagst Du Dich ja an die eine oder andere Sorte heran im nächsten Jahr. Bitte schreibe mir doch Deine Adresse an dagmar.parzelle@gmx.de, dann schicke ich es gleich los!

Vielen Dank an alle für’s Lesen, Kommentieren und Mitmachen! Seid nicht traurig, dass Ihr nicht gewonnen habt, Ihr wisst – es kann immer nur einen geben. Bestimmt mache ich bald mal wieder eine Verlosung. Mir hat es nämlich großen Spaß gemacht!



Montag, 28. Oktober 2013

Von Gärtnern und ihrem Gemüse - Buchbesprechung mit Verlosung


Was haben die Etagenzwiebel, Schluddererzen, Küttiger Rüebli, Ahrtaler Koksje und Baumspinat gemeinsam? Sie tragen Namen, die ich als leidenschaftliche Gemüseanbauerin noch nie in meinem Gärtnerleben gehört habe. Und: Sie alle sind Protagonisten im frisch erschienenen Buch „Die Vielfalt kehrt zurück. Alte Gemüsesorten nutzen und bewahren“ von Ina Sperl.

Auf knapp 200 Seiten widmet sich die Autorin alten, fast vergessenen Gemüsesorten. Zu Beginn gibt sie einen wirklich gut recherchierten Überblick darüber, was „alte Sorten“ sind, woher die Hybriden kommen, welche rechtlichen Bestimmungen in Deutschland herrschen und welche Initiativen sich seit langem um den Erhalt alter Sorten bemühen.

Im Anschluss portraitiert sie 15 leidenschaftliche GärtnerInnen. Sie erzählt deren Geschichten um das jeweilige Gemüse, zeigt auf, woher diese Verbundenheit stammt und nimmt den Leser mit zu einem Rundgang in den verschiedenen Gärten. Am Ende jedes einzelnen Gartenbesuchs finden sich unter der Rubrik „Was? Wann? Warum?“ konkrete Anbautipps, persönliche Ratschläge der Gärtner zu ihren Sorten, Hinweise zum Gewinnen der Samen und sogar Rezepte, von denen ein Großteil direkt auf meiner persönlichen Nachkochliste landete. Für all die, die nach der Lektüre erste eigene Versuche im Garten starten möchten oder eine längst vergessene Sorte wiederentdeckt haben, gibt es am Schluss Adressen und Infos zu Gärtnern, Vereinen und Initiativen.

Dass die Autorin selbst nicht nur leidenschaftliche Gärtnerin, sondern auch Journalistin ist, merkt man den wunderbar geschriebenen, liebevollen Texten an. Während das Layout frisch und frei daherkommt, sind nicht alle Fotos perfekt – und genau das macht das ganze Buch so sympathisch.

Ich musste es in einem Rutsch durchlesen, bin dankbar für die Erweiterung meines Gemüsehorizonts und jede Menge potenzielle Anbaukandidaten auf der heimischen Parzelle. Ich hoffe sehr, dass das Buch noch viele weitere Gemüse- und Bishernochnichtaberbald-Gärtner ansteckt. Was nach der Lektüre bleibt, ist der immer stärker aufkeimende Wunsch, mein eigenes Schrebergärtchen wäre spontan um einen kleinen Acker zu erweitern und ließe den Anbau von mindestens der Hälfte der vorgestellten Arten zu!

Und weil es so schön ist, verlose ich unter all denen, die hier bis zum 10. November einen Kommentar hinterlassen, ein Exemplar!



Schön, oder?

Mittwoch, 18. September 2013

Süß-sauer eingelegte Paprika


Was wurde eigentlich aus Achim und Bernd? Die sind jetzt im Glas. Hatten sich zu echten Prachtexemplaren entwickelt und der Gärtnerin einen wahrhaften Erntesegen beschert. Der Platz auf dem Gemüsebeet im nächsten Jahr ist ihnen mehr als sicher!

Die Paprikasorte Mustafa, so ihr eigentlicher Name, ist eine früh und mehr als reich tragende Sorte, die aus dem Kosovo stammt. Meine Jungs kamen wunderbar klar mit den Berliner Wetterbedingungen auf der Parzelle. Die Früchte (etwa 15 pro Pflanze) sind mittelgroß, dickfleischig und schmecken recht mild – obwohl die eine oder andere Frucht auch etwas Schärfe entwickelt hat.


Sie schienen mir perfekt geeignet zum Einlegen. Schließlich gibt es nichts Schöneres als ein Küchenregal voller Schätzchen, die im Winter den Geschmack des Sommers zurückbringen. Deshalb musste das alte thüringische Familienrezept für saure Gurken herhalten. Meine Mutter und Großmütter wurden mit diesem Rezept schon so mancher Gurken-, Zwiebel- oder Zucchini-Schwemme Herr – vielleicht habt Ihr ja auch noch den ein oder anderen Kandidaten auf dem Beet, der es lohnt, eine süß-saure Behandlung zu erfahren und so vor dem sicheren Herbst gerettet zu werden!

Die Zutaten:
4 Liter Wasser
300 g Zucker
150 g Salz
¼ Flasche Essig Essenz (100 g)
2 EL Pfefferkörner
50 g Senfkörner
pro Glas eine Zehe Knoblauch
pro Glas eine mittelgroße Zwiebel
je nach Geschmack 1 Lorbeerblatt pro Glas

Wie viele Gläser man braucht, hängt natürlich von der Ernte-Menge ab, das Rezept lässt sich aber prima anpassen. Die ausgewaschenen Gläser und Schraubdeckel im Backofen bei 90 Grad für 10 min sterilisieren. In jedes Glas eine in Scheiben geschnittene Zwiebel und eine Knoblauchzehe geben. Darauf den in grobe Stücke geschnittenen Paprika schichten.

Wasser, Zucker, Salz, Essig (ich habe hier 50 g Essig Essenz und 150 g meines selbstgemachten Kräuteressigs benutzt), Pfeffer- und Senfkörner zusammen aufkochen, kurz simmern lassen und noch heiß über das Gemüse in die Gläser füllen (etwa bis 1 cm unter den Rand). Mit den Deckeln verschließen. Abkühlen und ein paar Tage ziehen lassen.

Ich habe die Gläser, um sie länger haltbar zu machen, noch heiß in eine mit heißem Wasser gefüllte Bratpfanne gestellt und für 1 Stunde bei 175 Grad Ofentemperatur einkochen lassen. So wie das Ergebnis schmeckt, hätte ich mir das sparen können, sie schmecken einfach zu gut!



Sonntag, 15. September 2013

Vollkommen versöhnt...


... bin ich mit dem Herbst, wenn ich mir meine fette Beute ansehe! Wirft das Gärtchen zwar den ganzen Sommer über schöne Früchte ab, kommt die wahrhaft reiche Ernte immer im September. Die Äpfel werden reif, die Kürbisse fangen an zu leuchten, der Kohl steht fett im Feld, die Roten Beete werden kugelrund und die Tomaten geben ihr Letztes.

Und irgendwie ist es gerade überhaupt nicht schlimm, dass es kühler wird und ich vor der nahenden Dämmerung auf der Parzelle fliehe. Ich schleppe stolz all meine Früchtchen an den städtischen Herd. Die erste Ladung Apfelmus ist durch, im Ofen simmert das Pflaumenmus vor sich hin, die Kürbissuppe köchelt. Was für ein versöhnlicher Geruch! Da kann man dem Herbst doch nicht wirklich nicht länger böse sein, oder?



Ich bin ja immer etwas geizig mit dem Platz - drum: wer ranken muss,
kann schließlich auch in die Höhe ranken. Die Gurken an den Rosen-
Rankgerüsten haben sich prächtig gemacht
Paprika Ference Tender - ein echter Freiland-Kandidat mit riesigem Ertrag
Rote Beete Moulin Rouge
Flaschentomate Agro F1. Die perfekte Soßentomate
Cocktailtomate Sungold F1, Sieger in irgendeinem
englischen Geschmackstest. Ich mag ihr perfektes
Farbenspiel


Dienstag, 10. September 2013

Den Sommer verlängern


Man kann ihn ja nicht mehr verleugnen, den Herbst. Früher fiel mir der Abschied vom Sommer immer sehr schwer, doch seit ich meine Parzelle habe, konnte ich meinen Frieden mit ihm machen. Ich genieße das intensive Licht, das letzte Aufbäumen all der Pflanzen und natürlich die reiche Ernte. Schleppe alles nach Hause in die Stadtwohnung und gönne dem Gärtchen ein wenig Ruhe.

Und doch nutze ich natürlich jede Gelegenheit, den Sommer für ein paar Stunden zurückzuholen. Womit könnte das besser gelingen als mit „einem Liter Sonne im Glas“? Vor ein paar Wochen haben einige BloggerInnen schon über die wunderbaren Sonnengläser berichtet (hier oder hier oder hier) und natürlich musste ich sie unbedingt auch haben!

Zugegeben, ganz preiswert sind sie nicht. Doch wer sich jemals einen schönen Sommerabend mit ihnen versüßt hat, wird kaum auf sie verzichten wollen. Etwas skeptisch war ich schon, ob denn das Licht auch wirklich ein warmes Licht ist. Finde ich doch das kalte, meist blaue Licht, dass die Kollegen aus dem Baumarkt verbreiten, die den Eingang zu so manchem, am Tage wirklich schönen Garten säumen, einfach nur grauenhaft.

Ich wurde aber eines Besseren belehrt. Das Sonnenglas ist praktisch ein Einweckglas mit Deckel, in dem sich LED-Leuchten befinden, die über Solarzellen im Deckel aufgeladen werden. Stellt man sie tagsüber in der Sonne auf, werden die LED-Akkus aufgeladen und verbreiten später für viele Stunden weiches und keinesfalls blendendes Licht. Der Henkel am Deckel ist sehr stabil und hielt schon so manchem Spaziergang im Dunkeln stand!

Kurzum: Ich kann die Sonnengläser nur empfehlen! Und werde mir meine Schätzchen nun von der Parzelle auf den heimischen Balkon holen und den Sommer verlängern!

Alle Infos dazu unter www.sonnenglas.net. Bestellbar auch ganz bequem über Amazon.





Und noch etwas, das mir sehr am Herzen liegt: Vielen Dank für all die lieben Worte zu meinem letzten Post! Ich habe mich sehr gefreut und sollte ich mal wieder Zweifel bekommen, werde ich einfach all Eure wundervollen Kommentare noch mal und noch mal lesen!


Montag, 26. August 2013

Niedrigfrequenzbloggen


Ja, ich bin eine leidenschaftliche Gärtnerin. Und ja, ich blogge auch gerne. Aber ist ein Gartenblog wirklich das Richtige für mich? Diese Frage habe ich mir oft gestellt in den letzten Wochen. Es macht mir wirklich große Freude, über den Garten zu schreiben, Fotos zu teilen und natürlich auch im eigenen Blog nachzusehen, wie weit die Tomaten im letzten August waren.

Doch das Problem ist: Zu der Zeit, zu der ich das meiste zu berichten hätte, ist Sommer. Und es gibt nichts Schöneres für mich, als den Garten im Sommer in vollen Zügen zu genießen. Darüber zu bloggen, dazu fehlt mir die Zeit. Im Herbst und im Winter, wenn ich mehr Zeit hätte zu schreiben, ist auch viel weniger los auf der Parzelle.

Ist denn vorübergehendes Niedrigfrequenzbloggen, so wie ich es die letzten Wochen getan habe, eine Lösung? Ich weiß es nicht. Auch ganz analog lebe ich eher nach der Devise: „Wenn man nichts zu sagen hat, einfach mal die Klappe halten“. Dabei hätte ich doch aber so viel zu sagen! Aber wenn ich Zeit unterm Apfelbaum verbringen kann, werde ich bestimmt nicht am Rechner sitzen. Doch „Dosenfutter“, nur um etwas zu posten – niemals!

Vielleicht mache ich erst einmal so weiter wie bisher. Nutze den Herbst und den Frühling, poste über die reiche Ernte, die ersten Frühblüher, zeige im Winter die Werke aus Küche und Keller – und lasse mich vom Sommer wie jedes Jahr einfach überrumpeln. Schweige fein still und genieße ihn, bis der Herbst kommt.

Und da er gerade wieder im Anmarsch ist, hier ein paar Fast-Herbst-Fotos. Fast Herbst heißt, auch wenn es noch Sommer ist, ich melde mich nun wieder öfter. 

Untrügliches Zeichen - Fall Gold, meine Lieblingshimbeere
Wie jedes Jahr Ende August - Nachbars Brombeeren sind der Hammer
Die ersten Astern setzen an
Das Königsbeet am Ende des ersten Jahres
Meine Entdeckung des Jahres - Zinnien. Nie wieder ein Jahr ohne sie!


Dienstag, 16. Juli 2013

Meine Sommer-Marmeladen 2013


Was nützen die coolsten Etiketten ohne Marmeladenrezepte? Anbei meine versprochenen Favoriten der Saison.

Sauerkirsch-Amaretto-Konfitüre
1 kg gewaschene und entsteinte Sauerkirschen
500 g Gelierzucker 2:1
Saft einer halben Zitrone
1-2 cl Amaretto

Die Sauerkirschen und den Gelierzucker in einem großen Topf verrühren und ca. 1 Stunde stehen lassen. Der Zucker löst den Saft aus den Kirschen. Die Masse zum Kochen bringen und 4 Minuten sprudelnd kochen lassen. Wer die Konfitüre nicht ganz so stückig mag, kann kurz den Mixstab hineinhalten (Achtung: Sauerkirschsaft färbt weiße Küchenwände wunderbar pink). Schaum mit einer Schaumkelle abschöpfen. Ganz am Ende der Kochzeit den Zitronensaft und Amaretto zufügen. Die fertige Konfitüre in ausgespülte Gläser geben, die zuvor 10 min bei 90 Grad im Backofen sterilisiert wurden. Die Deckel aufschrauben und die Gläser mit dem Deckel nach unten abkühlen lassen. Der Amaretto verleiht der Konfitüre einen wunderbaren Hauch Marzipangeschmack. 

Und übrigens: Für diese Konfitüre geht mein Emil nachts noch mal zum Späti, wenn kein Amaretto im Hause ist.


Stachelbeer-Süßkirsch-Marmelade
600 g geputzte Stachelbeeren
400 entsteinte und halbierte Süßkirschen
500 g Gelierzucker 2:1
Saft einer halben Zitrone

Die Stachelbeeren, Kirschen und Gelierzucker in einen großen Topf geben und mit dem Gelierzucker verrühren, kurz stehen lassen. Dann die Masse zum Kochen bringen und 4 Minuten sprudelnd kochen lassen. Schaum abschöpfen. Ganz am Ende der Kochzeit den Zitronensaft zufügen. Die fertige Marmelade in ausgespülte Gläser geben, die zuvor 10 min bei 90 Grad im Backofen sterilisiert wurden. Die Deckel aufschrauben und die Gläser mit dem Deckel nach unten abkühlen lassen.
Ich finde es schön, die Marmelade farblich zu sortieren – entweder verwendet man grüne Stachelbeeren und helle Kirschen oder rote Stachelbeeren und dunkle Kirschen. Die Säure der Stachelbeeren und die Süße der Kirsche ergeben einen sehr feinen Sommergeschmack.


Mrs. Perfekt – Schwarze Johannisbeer-Stachelbeer-Konfitüre
Der absolute All-Time-Favorit meiner Familie nach einem uralten Rezept aus der PRAMO (jawoll, die alte DDR-Modezeitschrift, Praktische Mode)!

500 g schwarze Johannisbeeren
500 g Stachelbeeren
1000 g Gelierzucker 1:1
1 cl Kognak

Die Johannisbeeren und die geputzten Stachelbeeren mit dem Gelierzucker mischen und zum Kochen bringen, dann 4 min sprudelnd kochen lassen und den Schaum abschöpfen. Ganz am Ende den Kognak hinzufügen (ich hasse Kognak, aber hier gehört er unbedingt hinein). Die Konfitüre in saubere Gläser geben, die zuvor 10 min bei 90 Grad im Backofen sterilisiert wurden. Die Deckel aufschrauben und die Gläser mit dem Deckel nach unten abkühlen lassen.
Wer etwas herber mag, wird diese Konfitüre lieben! Ein Sommer ohne sie ist einfach kein Sommer!

Gutes Gelingen!



Sonntag, 14. Juli 2013

Endlich mal schicke Etiketten - Jam Labelizer


Es ist Beerenzeit im Garten. Und oh Wunder – die Vögel hatten ein Nachsehen mit mir! Auch ich darf noch ernten! Natürlich sind, wie jedes Jahr, alle Beeren gleichzeitig reif. Und die Sauerkirschen auch. Die perfekte Zeit also, um Marmelade zu kochen.

In diesem Jahr wollte ich nicht nur ein paar neue Sorten ausprobieren, sondern endlich auch mal einheitliche Gläser verwenden. (Zugegebenermaßen bin ich etwas eigen, was die Ordnung auf dem Frühstückstisch angeht.) Und eckig sollten sie sein, schließlich müssen sie, bevor sie auf den Tisch dürfen, im Billi-Regal ausharren. In der Stadtwohnung zählt schließlich jeder Zentimeter Stauraum. Gefunden habe ich sie bei www.glaeserundflaschen.de - sehr zu empfehlen!

Schön aussehen sollte der „Sommer im Glas“ zur Abwechslung auch mal. Was habe ich nicht schon alles ausprobiert! Schildchen beschrieben oder gedruckt, ausgeschnitten, aufgeklebt oder umgehängt. Ziemlich viel Gefrickel! 

Eine wirklich coole Lösung ist der Jam Labelizer, ein Internettool, mit dem man seine eigenen Etiketten gestalten kann. Das eigens kreierte Etikett lässt sich entweder direkt ausdrucken oder als JPG speichern. Der Vorteil: Man kann gleich ein Dutzend davon auf vollflächigen A4-Adressaufklebern drucken, ausschneiden und die Gläschen standesgemäß verzieren.

In den nächsten Tagen folgen ein paar meiner Lieblingsrezepte. 






Donnerstag, 11. Juli 2013

Hochsommer bei Pelle/Parzelle


Ruhig ist es geworden in meinem Blog. Das liegt daran, dass ich dieses Jahr den Garten in vollen Zügen genieße. Nicht, dass ich das nicht schon immer getan hätte, doch nach fast drei Jahren stehen die neuen Parzelleninsassen allesamt das erste Mal in ihrer vollen Pracht und fügen sich perfekt in den Reigen der „Alten“ ein. Und so sitze ich unterm ollen Apfelbaum und bin einfach nur entzückt.

Am schönsten sind die lauen Sommerabende, wenn die Vögel mir um die Ohren schwirren und sagen, dass es nun wohl an der Zeit wäre, mich zu verkrümeln. Schließlich wohnen sie dort und nicht ich. Wenn die Meisen mir die letzten Kekskrümel aus der Hand picken, die Igel unter der Hecke hervor kriechen und dabei Geräusche machen, als wären sie mindestens kleine Wildschweine. Wenn die weißen Riesenblüten der Annabelle-Hortensien im Dämmerlicht leuchten und die Frösche der Nachbarteiche zum letzten Quaken anheben.

Es ist Sommer in Berlin! Und das ist auch gut so.

Ganz hinten steht auch noch 'ne Laube
Untrügliches Zeichen für Sommer - der Phlox blüht. Hier der weiße aus
Omas Garten
Ebenso untrüglich - es ist Taglilienzeit. Hier Ed Murray.
Meine neue Liebe - Zinnien. Gezogen aus Samen von Annette,
der Staudenkönigin.
Dieselbe Zinnie, einen Tag später.
Die letzten Rosen blühen - Augusta Luise.
Eden 85, dieses Jahr quietschrosa. 
Biedermeier. 
Stockrosen. Sommer, oder?





Donnerstag, 27. Juni 2013

Emil baut 'ne Arche


Als wir vor knapp drei Jahren unsere Parzelle übernahmen, gab es vom Kleingartenverband gleich eine ganze Liste mit Auflagen dazu, die wir Neulinge zu erfüllen hatten. Zum großen Teil bestanden die darin, dass wir die Bäume anständig beschneiden und die Hecke von daraus hervor gewucherten Sträuchern befreien mussten. Vor lauter Glück und Enthusiasmus haben wir dann gleich noch den Bauerngarten angelegt und die Rabatten verlängert.

Und hörig, wie gierige Neupächter nun mal sind, nahmen wir uns die vielen wohlwollenden Ratschläge zu Herzen, uns doch gleich „anständige“ Komposter anzuschaffen. Gesagt, getan. Gleich drei riesige Plastikungeheuer zogen bei uns ein. Die Frage, was wir in ein paar Jahren mit all dem „Gärtnergold“ machen würden, stellten wir uns in all dem Eifer natürlich nicht. Wir schredderten alles, was der Garten hergab, mischten die abgestochenen Grassoden mit Häckseln, füllten die hungrigen Monster mit Grasschnitt, abgeworfenen Äpfeln, reicherten mit Hornspäne und Urgesteinsmehl an – kurz: züchteten uns den perfekten Kompost für die Ewigkeit.

Die drei Gesellen im überzeugenden Baumarktschick wurden mit der Zeit windschief. Und ihre Hüften fülliger – wir gaben ihnen durch knallrote Spanngurte die verlorene Taille zurück und pflanzten eine Hecke davor, damit wir sie nicht mehr sehen mussten. Sie taten alles, was wir von ihnen verlangten. Sie produzierten Erde und hielten still. Nur eines, eines taten sie nicht: Den Kompost durch die Klappe kurz über ihren Füßen wieder herzugeben, so, wie alle es immer anpriesen.

In der Zwischenzeit wurde uns auch klar, dass wir all den Kompost, wollten wir nicht irgendwann die Leiter an unsere Beete anlegen, niemals komplett verwenden konnten. In diesem Jahr nun haben wir kurzen Prozess gemacht und uns entschlossen, dem Kompost ein neues Heim zu geben – er sollte umziehen in ein Hochbeet!

Von Anfang an lag ich meinem Emil damit in den Ohren, nun hat er mich erhört. Ja, so ein Emil ist was Feines! Man muss nur wissen: Wenn er sagt, er baut ein Hochbeet, dann baut er ein Hochbeet. Lässt U-Profile vom Schlosser verschweißen und macht auch vor 4 m langen Bohlen, die ja eigentlich im Straßenbau zu Hause sind, keinen Halt.

Und wisst Ihr was? Ich bin im Glück! Habe statt eines lumpigen Hochbeets gleich eine ganze Arche Noa bekommen, und ein Komposter ist auch an Bord. Nur eines gibt es nicht mehr bei uns. Baumarktschick in dunkelgrün.


Links das Corpus delicti, rechts das neue Hochbeet im Werden. U-Profile
aus Stahl bilden das Gerüst, Straßenbaubohlen die Wände.
Der Boden bleibt offen, wird nur durch ein fein-
maschiges Gitter abgedeckt, in der Hoffnung, dass
die Wühlmäuse keine Lust haben, sich hier durch-
zuknabbern. Die Seitenwände haben wir mit Folie
bespannt, um das Holz vor Nässe zu schützen. 
4 m Seitenlänge gaben es her, dass wir den hinteren
Teil als Hochbeet, den vorderen als neuen Kompost
nutzen. Eine Trennwand sorgt für Ordnung. 
Hier noch einmal die Seitenkonstruktion
Der Blick aus der anderen Richtung
Die vollendete Arche. Die vordere Wand lässt sich öffnen -
und macht 'ne gute Figur, oder?




Sonntag, 26. Mai 2013

igs Hamburg 2013


Vor zehn Tagen war ich in Hamburg zur Stippvisite auf der Internationalen Gartenschau. Auf der zweitgrößten Flussinsel weltweit, in Wilhemsburg, haben die Gartengestalter ganze Arbeit geleistet. Die größte Flussinsel weltweit, Manhattan, ist ja einer meiner Herzensorte – also musste ich natürlich hierhin.

Getreu dem Motto „In 80 Gärten um die Welt“ erwarteten mich achtzig mehr oder weniger durchgestylte Gärten, auf das Üppigste bepflanzte Beete, die vor Farbenreichtum nur so strotzten, manch wundersam gestaltete Ecken und eine ganze Reihe Vorzeige-Kleingärten.

Das Gelände ist in verschiedene Themen gegliedert. In der Welt der Häfen beispielsweise sind Stationen von Jule Vernes Reise ganz hamburgisch mit Schiffscontainern nachempfunden, die ganz oder teilweise bepflanzt wurden. Die Wasserwelten wollen den Besucher dazu anregen, über den Wert des Wassers nachzudenken – und das ist wirklich gelungen! Die Welt der Religionen und die Welt der Kulturen setzen jeweils typische Merkmale in Szene und entlockten mir das ein oder andere Lachen.

Nach einem ganzen Tag des Durchschlenderns, Blümchenguckens, Bestaunens und Schnupperns habe ich es ein wenig bedauert, dass ich der Gartenschau so früh im Jahr einen Besuch abgestattet habe, standen doch die meisten Pflanzen wegen des langen Winters gerade erst in den Startlöchern. Die Rosen am Rosenboulevard setzten gerade zaghaft erste Blüten an – es wird sicher ein Traum im Juni zur Rosenzeit. Ganz Gartenschau-like hatten die Veranstalter es aber geschafft, die Lücken mit den unglaublichsten Tulpen zu füllen, die so farbenprächtig daherkamen, dass mir fast schwindelig wurde.

Alles in allem für 21 Euro Eintritt sicher kein preiswerter Spaß, doch muss eine Gärtnerin ihren Geist auch manchmal auf die Weide führen.

Schnöde Wiese, olle Brücke - sagenhaft inszeniert, oder?
Stiefmütterchen, Tulpen und Kaiserkronen dominierten die Beete
Einer meiner Lieblingsgärten: Garten der Symbolik, "Beziehungskisten"
Welt der Häfen: Bamboom-Town
Welt der Häfen: Ellis Island - hat sich mir leider überhaupt nicht erschlossen
Wasserwelten: gezeigt wird, wie viele Liter Wasser nötig sind,
um bestimmte Nahrungsmittel zu produzieren
Die gestapelten Wassertanks im  Hintergrund zeigen: 470.000 Liter
Wasser werden gebraucht, um 1 Auto zu produzieren
Wasserwelten
Wasserwelten: Dunst- und Nebel-Garten
Inszenierte Wiese
Fata Morgana in der Wüste: Getränkedosen auf Glasscherben 
In der Nutzgartenabteilung I
In der Nutzgartenabteilung II
Der Eingang: Je ein Segel pro Garten



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