Montag, 26. November 2012

Linsensuppe mit Kräuteressig


November. Die Gärtnerin ist auf Entzug. Die Parzelle liegt im Nebel, die Beete hüllen sich in schickes Braun, das Wasser ist längst abgestellt.

 Allerhöchste Zeit, sich um die Seele zu kümmern! Kannenweise Tee zu schlürfen, alle Kerzen, die das Magazin hergibt, anzuzünden und heiße Suppe zu schlürfen. Am besten natürlich gekocht und gewürzt mit Schätzen aus dem eigenen Garten. Die letzten Kartoffeln fanden nun ihre Bestimmung und der Kräuteressig, den ich im Sommer angesetzt hatte, durfte zeigen, was er drauf hat. Essig-Essenz im Verhältnis 1:4 mit Wasser verdünnt und über eine Handvoll blühender Kräuter und rote Pfefferkörner gegossen – es ist eine Wucht!

Und hier das Rezept für meine thüringische Linsensuppe

Zutaten:
500 g Linsen
650 g mehlig kochende Kartoffeln
600 g Suppengrün
2 l Brühe
2 TL Salz
2 EL Zucker
frisch gemahlenen Pfeffer
4 - 5 EL Kräuteressig
200 g Bacon
2 EL Butter

Das Gemüse und die Kartoffeln schälen und klein schneiden, in 1 EL Butter andünsten. Die Linsen hinzufügen, mit Brühe auffüllen. Die Linsen ca. 30 min kochen. In der Zwischenzeit den Bacon würfeln, in 1 EL Butter auslassen und mit den Gewürzen zu den Linsen hinzufügen. Ich mag es gerne, wenn die Suppe leicht verquirlt wird.
Wer möchte, kann noch kleine Würstchen oder klein geschnittene saure Gürkchen dazugeben. Mit Petersilie und 1 EL Creme fraiche anrichten,  los löffeln und der Novemberblues ist dahin.

Meine Mischung hier: Salbei, Oregano, Borretsch, Thymian, Dill.


Samstag, 17. November 2012

Rotierte Samen


Der November ist für mich als Gärtnerin eine echte Herausforderung. Der nahende Winter steht schon in den Startlöchern, obwohl im Garten noch so viel zu tun wäre. Und für all das, was ich für das nächste Jahr planen will, steht mir überhaupt noch nicht der Sinn. Ich brauche ja schließlich auch im Januar noch eine Beschäftigung.

Umso schöner, wenn es Gärtnerinnen unter uns gibt, die Freude auf das nächste Frühjahr in den trüben November hineinpflanzen und diese dann auch gleich per Post in den eigenen Briefkasten befördern!

Ich habe bei Lina Lunas Samenrotation mitgemacht und vor ein paar Tagen mein Überraschungspäckchen bekommen. Was hab ich mich gefreut!

Im nächsten Jahr werden also einige neue Insassen auf meiner Parzelle einziehen. Da wären die Wunderblume, bisher beheimatet im Natürlich-Wildkräuter-Blog, die Prachtwinde aus dem Garten der Veranstalterin, Lina Luna, kalifornischer Mohn von Rena mit dem grünen Daumen, die hohe gelbe Sonnenblume von Samen Frese, die gewöhnliche Nachtkerze von Syringa, die Weiki-Mini-Kiwi, ein Waisenkind ohne Geburtsortangabe und zu meiner großen Freude auch ein neuer Gemüsebeetbewohner, die Stangenbohne Trebora von der Düsselblume!

Habt alle herzlichen Dank und hoffentlich auch ordentlich Freude mit all den Schätzchen aus meinem Garten!


Ich werde nun alle in meinem Samenkistchen den wohlverdienten Winterschlaf antreten lassen. Dort warten schon die Samen aus dem Hillside Garden, die Sigrun mir vor ein paar Wochen geschickt hat. Auch Dir, liebe Sigrun, nochmals herzlichen Dank! Ob Jacobsleiter, Rudbechia oder Agastache – Vertreter ihrer Zunft wohnen noch nicht bei mir. Das wird nun ein Ende haben!


Und jetzt muss ich nur noch mit meinem Emil reden, ich brauche mehr Platz und irgendwie haben wir noch viel zu viel Rasen...


Sonntag, 11. November 2012

Die Dame ist Baum/Strauch

Foto © Helmut Brands

Wir Berliner lieben ja unsere Stadt. Und wir lieben unsere Müllmänner. Sie verkörpern „den Berliner“ an sich wie es kaum ein anderer hinkriegt.

Seit ich Gärtnerin bin, habe ich ein besonderes Verhältnis zur Berliner Stadtreinigung. Warum? Weil sie mir im Handumdrehen eine große Sorge abnimmt und die Müllmänner mich dabei ganz prächtig amüsieren.

Mehrmals im Jahr schlage ich mit einem voll beladenen Auto voll Heckenschnitt, Baumstubben und anderem Geäst im Recyclinghof um die Ecke auf. Die Eingangskontrolle in Form eines älteren Herren in Orange fragt mich wie immer: „Wat ham’se denn heute?“ „Heckenschnitt“, entgegne ich. „Det janze Auto voll?“ „Ja“. „8 Euro macht dit.“ „Gerne.“ „Fahrn’se da links hinten inne Ecke.“ „Jut“, höre ich mich sagen. Visiere den mir zugewiesenen Container an und lasse die Scheibe herunter, damit ich auch bloß den Ruf über den gesamten Hof nicht versäume: „Achim, die Dame ist Baum/Strauch!“
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