Montag, 29. Oktober 2012

Danke!



Nein, es gibt hier keine Frostfotos. Ich habe mich gerade mit dem Herbst arrangiert und ertrage den nahenden November, aber ich weigere mich standhaft, hier die ersten Winterfotos zu präsentieren.

Wie sollte ich auch, ich habe ja noch gar keine gemacht. Während in den meisten Nachbarsgärten wenn auch nicht gleich Schnee, so doch ordentlich Raureif zu bewundern war (hier, hier oder hier), war davon auf meiner Parzelle keine Spur. Alles zu seiner Zeit. Noch ist ja wohl Oktober.

Es war kalt, aber für die letzte Lese an Tomaten, Paprika und Chili hat es allemal gereicht. Und für den letzten Schnitt an den Bäumen und Beerbüschen, den Herbstschnitt der Stauden, riesige Laubhaufen und ausgebuddelte Dahlien.

Es kehrt nun Ruhe ein auf der Parzelle. Laub liegt auf abgeernteten Beeten und Rabatten. Ich kann die Strukturen, Grenzen und Wege wieder erkennen – und genieße es. Und so sitzen wir unterm Apfelbaum, freuen uns über die letzten warmen Sonnenstrahlen und sagen einfach mal danke...

... an unser Läubchen, dass es so ist, wie es ist
... an unseren alten Nachbarn, der uns immer
wieder kleine Schätzchen unters Dach hängt
... der hässlichsten Fliegenklatsche der Welt,
die aber den schönsten Schatten wirft
... und den vielen kleinen Helferlein!
Na gut, ein erstes Kälteopfer gab es dann doch!

Dienstag, 23. Oktober 2012

Indian Parzelle


Der erste Nieselregen, die Sitzheizung und der dicke Schal – in acht Tagen ist November. So sieht’s einfach mal aus. Noch nie habe ich es geschafft, ihn aufzuhalten. Und eigentlich ist der Oktober mein Lieblingsmonat, wenn ihm nur nicht immer der November folgen würde!

Umso mehr haben wir die letzten warmen Sonnenstrahlen des Wochenendes genossen! Die Überbleibsel von den Gemüsebeeten geklaubt, den vielleicht letzten Dahlienstrauß gesammelt und den wilden Gänsen auf ihrem Zug gen Süden hinterher geschaut.

Das Klicken der Kamera, das Knistern der Kekstüte, der Duft der letzten Kaffeekrümel in der alten Zuckerdose – ein seltsamer Frieden machte sich breit. Frieden mit dem Herbst! Zum ersten Mal seit langem...











Freitag, 19. Oktober 2012

Samen gefällig?


Heute kam ich mir vor wie auf dem Markt, wo müde Krämer mir ihre Waren feilboten. Auf braunen, erschöpften Stengeln schaukelten die Samenstände der Stauden im Wind, als ob sie auf sich aufmerksam machen wollten.

Dabei war ich nur gekommen, um schon ein paar von ihnen zurückzuschneiden. Und schon war ich wieder in der Klemme. Ich hab es nicht hingekriegt, die Dinger einfach abzuschneiden und auf den Kompost zu bringen. Nein – ich musste mal wieder ernten. Die Bohnen habe ich ja bewusst soweit gebracht, dass sie mir den Samen für das nächste Jahr spendieren. Nun winkten aber auch die weiße Stockrose, die silberne Kugeldistel, die rosarote Jungfer im Grünen und der Kandelaber-Ehrenpreis-Damen mit den Köpfen. Und ich wurde plötzlich ganz handzahm, holte Schere und Tütchen und sammelte sie alle ein.

Nur gut, dass LinaLuna ihre Samenrotation startet. Ein Teil von ihnen wird also durch ganz Deutschland touren und im nächsten Jahr andere Gärtnerherzen erfreuen. Wieder andere werde ich heimlich im mütterlichen und großmütterlichen Garten versenken und mich diebisch freuen, wenn sie dort für Verwirrung sorgen.

Genauso würde ich mich freuen, wenn jemand meiner Leser Samen der oben genannten Fraktionen gebrauchen könnte. Wenn ja, hinterlasst doch bitte einen Kommentar oder schickt mir einfach eine Mail an dagmar(punkt)parzelle(at)gmx(punkt)de. 

Graziös - Samenstand der Alpenwaldrebe Ruby 
Blaue Hilde, Kandelaber-Ehrenpreis, Stockrose und Kugeldistel
Herbst ist's. Das Laub der Heidelbeere.
Blaue Hilde nackt. 
Dill - total verplant, der Junge. Fängt jetzt erst an, Gas zu geben.
Borretsch. Braucht nicht geerntet werden, samt sich immer wieder selbst aus.



Sonntag, 14. Oktober 2012

Herbst-Punk


Was passiert, wenn die Gärtnerin mal zwei Wochen nicht nach der Parzelle sieht? Richtig, sie wird punkig. Die Parzelle natürlich. So ganz ohne ordnende Hand machen die Insassen was sie wollen! Fläzen mit ihren langen Gliedern überall rum, verhakeln sich mit den Nachbarn, versperren den Weg, richten sich nach dem Sturm von selbst wieder auf – oder auch nicht. Und sehen dabei ziemlich cool aus!

Als ich voller Sehnsucht die knarrende Gartenpforte aufschloss, war ich recht entsetzt, schmolz aber nach den ersten Schritten regelrecht dahin. Alle hatten noch einmal zum Finale gerufen und entzückten mich mit den schönsten Blüten und Früchten! Vielleicht befürchteten sie, ich käme nicht wieder? Wohl kaum! So ungeniert wie sie sich benehmen konnten. Vielleicht wollten sie sich einfach Mühe geben und mir einen schönen Empfang bereiten.

Tja, und was lehrt es mich? Sie einfach öfter mal machen lassen...

Wer braucht schon einen Weg?
Endlich blühen sie!
Patagonisches Eisenkraut - ich liebe es!
Dahlie Barbara
Sugana, sie trägt im Frühjahr und im Herbst. Sieht schön aus, schmeckt
aber leider nach gar nicht. 
Ganz im Gegensatz zu dieser Lady, Fall Gold. Wie
der Name schon sagt - Gold. Zuckersüß und eine
Wohltat, mitten im Oktober 
Philovita, die Unermüdliche. Meine Nummer Eins,
gesetzt fürs nächste Jahr. Und das übernächste. 
Glockenpaprika. Klein, aber fein!
Die Kletterzucchini will es noch mal wissen.
In zwei Meter Höhe unterm Meisenlandeplatz. 
So langsam kommt auch der Fenchel in Gang. Vielleicht schafft er es ja
noch. Immerhin, ich hatte ihn erst im Juli als Folgefrucht gesät. 

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