Montag, 30. Juli 2012

Verzückung


Wir Gärtner sind ja nie zufrieden. Knallt die Sonne ein paar Tage auf unsere Blümelein, wünschen wir uns Regen. Erhört uns Petrus und schickt uns satte Regengüsse, maulen wir rum, schauen traurig auf die zerrupften Stauden und binden die Reste zusammen. Warten wieder auf die Sonne – und dann auf den Regen.

In der Zwischenzeit jedoch hüpfen wir entzückt im Garten rum und können kaum glauben, wie schnell sich unsere Schützlinge erholen. Gestern noch vom Winde zerzaust, mit den Köpfen am Boden, betören sie uns heute mit frischen Blüten und einem schier atemberaubenden Duft.

Blühende Dahlien, Phlox und der zweite Flor der Rosen sagen mir, es ist Hochsommer. Sie warten mit immer neuen Blüten auf und sorgen dafür, dass ich jede freie Minute im Garten verbringe. Der Regen der letzten Tage hat die Parzelle regelrecht explodieren lassen, noch nie in diesem Jahr war alles so üppig.

So schaut die Gärtnerin durch ihre Linse, fängt die fetten Blüten ein und genießt...

Der Garten Ende Juli
Weißer Phlox
Munstead Wood
Lady Emma Hamilton
Annettes Dahlie
Die alte rote, umgezogen aus Oma Ilses Garten 
Die weiße von Annette
My all time favorite: Creme de Cassis
Silberne Kugeldiststel - ich liebe sie!


Montag, 23. Juli 2012

Königlicher Sommersitz – Krongut Bornstedt


Sommer, Sommer, Sommer! Der dritte Tag in Folge ohne Regen! Was liegt da näher, als einem meiner Lieblingsorte wieder mal einen Besuch abzustatten, dem Krongut Bornstedt


Unweit des Karl-Förster-Gartens und des Schlossparks Sanssousi gelegen, war der restaurierte ehemalige Sommersitz von Friedrich Wilhelm und Victoria vor ein paar Jahren noch ein Geheimtipp. Mittlerweile ist er so beliebt, dass der schöne Platz mit Holzbuden und Biergartentischen nur so übersät ist, was der Atmosphäre aber keinen Abbruch tut. Nur eben dem Auge des Betrachters.

Das ehemalige Mustergut wartet auf mit preußischen Handwerken wie der königlichen Hofbäckerei, der Brauerei, einem Barbier und dem Hoffloristen. Der romantische Rosengarten, der Kräutergarten, das wiedererrichtete historische Federviehhaus, die Terrasse am See – was braucht es mehr für einen lauschigen Sommerabend? Wir haben ihn genossen und hoffen, der Sommer bleibt noch ein wenig in Potsdam und Umgebung...

Italien mitten in Potsdam
Der Rosengarten mit Blick auf den Bornstedter See
Der Kräutergarten und links das Federviehhaus
Cafe Victoria
Der Hofflorist

Junge Pfauen - ganz in weiß und königlich

In der Bäckerei

Am Bornstedter See



Donnerstag, 12. Juli 2012

Heiter bis wolkig


„Lächeln Sie, wenn Sie im Stau stehen, denn wenn Sie nicht lächeln, stehen Sie trotzdem im Stau“, hat mal eine kluge Frau zu mir gesagt. Recht hat sie! Und so befolge ich seither ihren Rat ganz fleißig und klage nicht über Dinge, die ich sowieso nicht ändern kann.

Regen zum Beispiel. Eigentlich ein Segen, aber muss er gerade dann vom Himmel fallen, wenn die Gärtnerin Urlaub hat? Muss er nicht, macht er aber. Doch statt mich nun darüber zu ärgern, lächele ich lieber und nutze die Regenpausen – in denen ja meist die Sonne scheint – für ein paar Fotos zwischendurch.

Sonnenhut - lässt sich vom Regen nicht beeindrucken und gibt immer
ein gutes Bild ab

Veronica cupido - umringt von englischen
Jungfer(n) im Grünen, die sich selbst ausgesät haben.
Auch der Kandelaber-Ehrenpreis im Hintergrund
passt ganz gut dazu.
Auch ein Sämling vom letzten Jahr - Nigella African Bride

Kronen-Lichtnelke und Alpendistel - eine schöne
Kombination 

Alpendistel und Mohn




Weiße (oben) und schwarze Stockrose - wurden die Blätter vom
Erdbeerblütenstecher ordentlich durchlöchert
 lassen sich die Blüten nicht beeindrucken.

Muskatellersalbei - der Duft ist gewöhnungsbedürftig,
doch seine Erscheinung immer wieder beeindruckend
Langsam sind die ersten Samenstände zu sehen, es ist Sommer!


Montag, 9. Juli 2012

Stachelbeerkuchen


Wenn sich eine Gärtnerin auf einen Gärtnerinnenbesuch freut, sticht sie erst einmal Rasenkanten – und bäckt einen Kuchen. Die ersteren hatten mich so schwer beeindruckt in Annettes Garten, dass ich direkt nach meiner Rückkehr auf meine Parzelle direkt zum Rasenkantenstecher griff.

Nun ist Annette die Meisterin der Rasenkanten, da können meine längst nicht dagegen anstinken. Da es aber eigentlich Sommer ist, die Stachelbeeren reif waren und ich mich so sehr auf den Besuch gefreut habe, habe ich einen Stachelbeerkuchen gebacken. Hier ist das Rezept:

Aus
200 g Mehl
100 g Zucker
100 g kalter Butter
1 Ei und
1 Prise Salz
einen Mürbeteig zubereiten, den Teig ausrollen und eine Springform damit auslegen. Für etwa 1 bis 2 Stunden in den Kühlschrank stellen. Herausnehmen und etwas glatt gerührten Vanillepudding vom Vortag auf den Teig streichen. 1 bis 1,2 Kilo Stachelbeeren, geputzt und gewaschen, darauf verteilen.

Für den Guss
2 Eier trennen, das Eiweiß mit etwas Salz steif schlagen. Eigelbe mit 2 EL Milch, 2 EL Zucker und 2 EL Mehl glatt rühren und mit dem Eischnee vermischen. Über den Kuchen gießen und glatt streichen. Für 40 min bei 200 Grad backen.


Der Kuchen macht auch bei strömendem Regen gute Laune, schmeckt hervorragend zu einem Gläschen Sekt mit Holunderblütensirup und ist der perfekte Begleiter für einen Gärtnerinnen-Nachmittag.

Danke, Annette, ich habe jede Minute genossen!

Montag, 2. Juli 2012

Gemüse, Gemüse


Während ich aus dem Staunen über all die vielen Beeren kaum noch rauskomme, macht sich auch das Gemüse ganz prächtig. Dabei war ich für meine Verhältnisse mal ganz experimentierfreudig dieses Jahr. Neben den gewöhnlichen blauen Kohlrabi (ich liebe sie!), roten Zwiebeln, Roter Beete, Schwarzwurzeln und dem letztjährigen Star der Kletterzucchini Black Forest wachsen jetzt auch Neuseeländer Spinat, Sommerwirsing und Kartoffeln mit roten Augen (Quarta) in meinem Gärtchen.

Der Spinat steht dummerweise im Schatten und mickert noch ein wenig – wie im letzten Jahr habe ich Krone des Apfelbaumes unterschätzt. Doch wenn sich das Laub der Kartoffeln in einigen Tagen eher an den Boden kuscheln wird, kriegt er hoffentlich mehr Sonne ab. Dann gibt es auch ein Foto. Der Sommerwirsing trotzt der Läuseplage ganz wacker, setzt ordentliche Köpfe an und hat in meinen kühnen Vorstellungen schon eher die Form einer Pfanne voll Kohlrouladen.


Der Kürbis Uchiki Kuri, der im letzten Jahr mit seinen fünf Meter langen Ranken nicht nur den Komposter, sondern gleich den ganzen Kompostplatz in Beschlag nahm, bekam ein Rankgerüst und darf nun mal das Klettern üben – im Kübel. Bei den Erbsen gibt es neben der schnöden „Kleinen Rheinländerin“ in diesem Jahr auch die fast zwei Meter hohen Blauschokker, die mich momentan mit rosa-violetten Blüten beglücken. Das Klettern habe ich ihnen beigebracht, indem ich sie alle 30 Zentimenter rund um ihre Haselnussruten angebunden habe. Ranken, wie es auf der Packung steht, sieht definitiv anders aus. Entscheiden wird hier wohl der Geschmackstest. Oder die Nachbarin in Form der Blauen Hilde, eine Stangenbohne, die auch erstmals bei mir zu Hause ist. Ein wenig Wettstreit kann ja nicht schaden, oder?

Die Kürbiskletterpyramide
Blüten hat er schon mal 
Blauschokker 

Der Gemüsegarten vor gut einer Woche, links der noch nackte Pfahl
für die Zucchini Black Forrest, daneben eine Gurke, die jetzt nach dem
Regen und der Wärme schon vielversprechender aussieht


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