Mittwoch, 2. Mai 2012

Die Mini-Gärten von NYC


Eigentlich wollte ich ja meine New-York-Eindrücke flott hintereinander präsentieren – nur kam mir der kurze Sommereinbruch in die Quere. Das Wetter der letzten Tage in Berlin war einfach zu schön, um nicht jede Minute im Garten zu genießen. Nun brauen sich die ersten Gewitterwolken zusammen und ich habe wieder Zeit, meine kurze Reihe weiterzuführen.

Sehr fasziniert war ich von den Baumscheiben der Stadt. Ich habe kaum eine gesehen, die nicht auf das Üppigste bepflanzt war. Jeder Baum, insbesondere in Manhattan und Brooklyn, wurde am Fuße mit einem kleinen Geländer aus massivem Eisen eingefasst. Der so entstandene Mini-Garten wird damit vor Hunden, der Müllabfuhr und verzweifelten Parkplatzsuchern geschützt. Nicht schlecht, oder?

Anfang April strotzten die Baumscheiben nur so von Tulpen – als Erinnerung an Neu Amsterdam, im 17. Jahrhundert Verwaltungssitz der niederländischen Kolonie Nieuw Nederland auf dem Gebiet rund um das heutige Manhattan. Erst nach der Eroberung durch die Briten wurde Nieuw Amsterdam in New York umbenannt. Die Millionen von blühenden Tulpen in jedem Frühjahr erinnern an den früheren Namen.

Meist hatten sich ganze Straßenzüge für eine bestimmte Farbe entschieden, nur ganz selten gab es Kombinationen oder gar buntes Durcheinander. Was ich allerdings nicht herausfinden konnte, ist, was damit passiert, wenn sie verblüht sind. Dürfen Sie bleiben oder werden sie von der Sommerbepflanzung ersetzt? Vielleicht muss ich einfach noch mal hin.

Greenwich Village ganz in Gelb

Theatre District in Rot-Gelb

Ein Mini-Garten am eingezäunten Spielplatz

Greenstreets, die städtische Initiative für eine grünere Stadt

Neu gepflanzte Bäume erhalten erst mal einen Fuß-Sack,
damit sie eine Starthilfe haben 

Ein wenig Hoffnung habe ich für die Tulpen, schließlich durfte hier auch
die Herbstbepflanzung bleiben - blühender Zierkohl

Kommentare:

  1. Ja, das sieht alles sehr ordentlich und gepflegt aus , der Anblick lässt bei mir mehrere Fragen entstehen: Wie sorgen die NY-Bürger dafür, dass es so bleibt? Zäunchen um die Bäume, gefüllt mit großen bonbonfarbenen Tulpen, will ich so etwas in Berlin wirklich sehen? Diese Art zu 'gärtnern'erinnert mich an die fünfziger , sechziger Jahre mit Rabattenbepflanzungen und jahreszeitlichem Wechsel extremely 'old-school' Da ist Berlin schon weiter, mir fallen spontan einige Straßeninseln mit nachhaltiger Steppenbepflanzung ein, die je nach Jahreszeit blühen und sich von ihre besten Seite zeigen, dann aber auch ein 'unordentlich' aussehende Ruhephase haben.
    Ich habe vor der Mauer in Berlin gelebt, jetzt fahre ich nur noch in die Großstadt um dort zu arbeiten. Ich erinnere mich auch an eine Zeit in den Siebzigern als die Grünflächenämter die Zwiebeln pflanzten, herausnahmen und eine sehr intensive Pflege stattfand,das ist jetzt vorbei....Berlin ist arm und sexy. Viele bezirkliche Grünflächenämter sind aufgelöst worden. Man vergibt jetzt Baumpatenschaften um das Problem mit den von Hunden vollgek....n Baumscheiben zu lösen. Hinter mit Plastikzäunchen umgebenen Zäunchen ziehen dann einige Individualisten ein paar Pflänzchen oder der junge Dynamiker widmen sich dem Guerilla-Gärtnern. Dabei finde ich Berlin im Vergleich zu anderen europäischen Großstädten schon sehr grün durch die vielen Straßenbäume und Parks, die es gibt. Kann da New York überhaupt mithalten und Nachbarschaftsgärten/Urban Gardening gab es in Berlin auch schon in den Achtzigern als die Biogartenbewegung nach Berlin kam...oder nicht eigentlich noch früher mit der Idee der Kleingärten, die es mannigfaltig in Berlin gibt. Je mehr ich darüber nachdenke, was das Gärtnern betrifft , stecken die Berliner die New Yorker locker in die Tasche ;-)
    LG
    Sisah

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    1. Liebe Sisah, genau das hat mich ja so beeindruckt - es bleibt einfach so. Die NYer gehen einfach extrem liebevoll damit um. Niemand führt seinen Hund darin aus oder rupft irgendwas ab. Und dieses üppige Blühen solch kleiner Inseln (deren Quadratmeterpreis bei mindestens 1 Million liegen dürfte) im Gegensatz zu den Wolkenkratzern, Brown-Stones-Houses und Porches - das macht für mich die Faszination aus.
      Berlin liebe ich sehr, insbesondere wegen des vielen Grüns. Und ich finde auch die Bepflanzung durch die Stadt viel innovativer und langfristiger angelegt, als die in NY (kennst Du z.B. die auf dem Platz vorm Nordbahnhof - mit Kiefern und Gräsern, denen die Trockenheit nix ausmacht?). Vielleicht empfinde ich es einfach "europäischer" und fühle mich deshalb so wohl damit. Die amerikanische Herangehensweise "ständig alles neu und das immer gleich in Jumbo" finde ich auch nicht in allen Bereichen soooo prickelnd.
      Auch bin ich echt beeindruckt von den vielen selbst bepflanzten Baumscheiben und Grünstreifchen hier (in meiner klitzkleinen Ministraße z.B. gibt es keine, die wir Anwohner nicht "schön" gemacht hätten). Sie machen allerdings nicht das Stadtbild für mich aus - und genau davon war ich dort so beeindruckt.

      Wie auch immer, ich bin einerseits noch total geflasht von NYC, andererseits bin ich leidenschaftliche Berlinerin und es gibt für mich keinen schöneren Ort zu leben, als Berlin (außerdem ist hier viel mehr Platz als in NYC, meine Wohnung erscheint mir als Palast!). Aber sicher hast Du Recht, die Berliner stecken gärtnertechnisch die New Yorker locker weg. Trotzdem musst Du mal dorthin, die vielen Gegensätze, die sinds.

      Viele liebe Grüße, Dagmar

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  2. Liebe Dagmar, ich finde die Bilder aus New York wunderbar.

    Ganz liebe Grüße
    Kathrin

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    1. Vielen Dank, liebe Kathrin! Ich sag ja immer: wohl dem, der einen Emil hat =)

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  3. Hallo Dagmar!
    Ich liebe solche Großstadtreportagen! Mehr davon!!
    Letzten Samstag waren wir auch in der Großstadt - Berlin und Potsdam. Freundschaftsinsel und der Park Sanssouci waren wieder mit dabei, wie immer beeindruckend. Erschreckt hat mich der Spurengarten gegenüber vom Hauptbahnhof - alles kurz vorm Welken, es hatte wohl lange nicht mehr geregnet.
    VG
    Elke

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