Sonntag, 13. November 2011

Zwiebelkuchen

Langsam wird es ungemütlich unterm Apfelbaum, selbst wenn die Sonne sich noch mal große Mühe gibt. Heute wurde dann auch noch das Wasser abgestellt – für die nächsten vier Monate heißt es also Kaffee aus der Thermoskanne. Frustrierend! Aber auch ein Grund mehr, es sich am heimischen Herd gemütlich zu machen.

Heute gibt’s Zwiebelkuchen, ganz klar thüringisch-amerikanische Fusion-Küche. Denn der Teig ist der Grundstock meines Brotteigs, das „Topping“ aus meiner alten Heimat. Als ich vor mehr als zwei Jahren anfing, selber Brot zu backen, hatte der New Yorker Bäcker Jim Lahey daran ordentlich Schuld. Irgendwie stieß ich im Netz auf ein Video, in dem er einem Journalisten der New York Times das Brotbacken beibringt. Er hat mich damit dermaßen infiziert, dass ich so selbst den Weg zum Brotbacken fand. Heute verwende ich seinen No-Knead-Bread-Teig immer wieder anders – jedes Mal bin ich erstaunt, wie gelingsicher und vielfältig er ist. Am allerbesten schmeckt er mit mediterranem Mehl, das ich hier beziehe, das ganz normale tut es aber auch. 


Da ich sowieso einen Hang zur amerikanischen Küche habe, verwende ich auch meist die amerikanischen Maße, Spoons and Cups. Manche Foodblogger werden jetzt wohl die Augen rollen, ich komme aber wunderbar damit zurecht. Für all die, die es ausprobieren möchten, gebe ich natürlich auch die deutschen Maße an.

Zutaten für den Teig:
3 Cups Weizenmehl (400 g)
1 ¼ TL Salz (8 g)
1 TL Trockenhefe (1 g)
1 1/3 Cups kaltes Wasser (300 g)
bei Verwendung von mediterranem Mehl etwas mehr Wasser zugeben

Zutaten für den Belag:
5 Zwiebeln
200 g magerer, gewürfelter Speck
1 – 2 EL Butter
1 TL zerstoßener Kümmel
200 ml sauere Sahne
2 Eier
½ TL Salz

In einer großen Schüssel das Mehl mit Salz und Trockenhefe mischen. Wasser hinzufügen und solange mit einem Spatel oder Kochlöffel mischen, bis gerade ein glatter Teig entsteht (nicht länger als 30 Sekunden rühren). Das ganze ist etwas klebrig. Die Schüssel mit einem Teller abdecken und bei Zimmertemperatur 12 bis 18 Stunden stehen lassen.

Der Teig nimmt in dieser Zeit deutlich an Volumen zu – die Schüssel sollte deshalb groß genug sein. Er lässt sich aber super vorbereiten, es macht auch gar nichts, wenn er nur 8 – 10 Stunden steht, nach 12 oder gar 18 schmeckt er aber umso besser, da das Mehl langsam fermentiert und so einen sehr guten Geschmack entwickelt.

Eine Arbeitsplatte großzügig mit Mehl bestäuben. Den Teig mit dem Spatel aus der Schüssel lösen, auf die Arbeitsplatte kippen, die Oberfläche mit Mehl bestäuben, flach drücken und auf ein Stück Backpapier heben. Mit einem Tuch bedecken und 1 bis 1,5 Stunden liegen lassen.

Den Backofen auf 250 Grad vorheizen. Am allerbesten gelingt der Zwiebelkuchen auf einem Brot- bzw. Pizzabackstein, dann erhält der Teig die typische Porung. Wer keinen hat, kann ihn aber selbstverständlich auch auf dem Backbleck backen, dann aber möglichst die Temperatur auf 260 Grad erhöhen.

Zwiebeln schälen, halbieren und in Scheiben schneiden. Die Butter schmelzen, die Speckwürfel darin glasig braten, die Zwiebeln hinzufügen und ebenfalls glasig werden lassen. Salz und Kümmel zufügen. Noch heiß auf dem Teig verteilen.

Die Eier mit der saueren Sahne verrühren und darüber verteilen. Auf der untersten Schiene für ca. 25 bis 30 Minuten backen. Kurz abkühlen lassen, in Stücke schneiden, genießen.


Kommentare:

  1. Liebe Dagmar, das sieht hmmmm lecker aus! Passen Zwiebelkuchen und Bratäpfel zusammen? Werde mal dein Rezept ausprobieren wenn ich mich zu Hause langweilen muss und wegen der Kälte nicht mehr in den Garten gehen kann. Deine Dahlienknollen sind jetzt schon vom Garten nach Hause gewandert, nun muss ich dir nur noch ein feines Paket packen ;-) Liebe Grüße an dich Annette

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  2. Liebe Annette, n
    und ob das zusammepasst! Das ist dann einfach die Extraportion Herbst! Ich freue mich jedenfalls schon dolle auf die Dahlien! Hab noch einen schönen Sonntag!
    liebe Grüße
    Dagmar

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  3. Hallo liebe Dagmar,

    du hast ja ein interessantes Blog! Wenn ich darf, dann würde ich gerne deinen Zwiebelkuchen mal ausprobieren, denn ich steh da total drauf!
    Und so wie ich das sehe, werd ich dich sicher auch öfter mal besuchen kommen!

    Wünsch dir ein schönes Wochenende (vielleicht mit Schnee?)
    liebe Grüße Susi

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  4. Hmmmmm lecker so ein Zwiebelkuchen, nicht nur im Winter.
    Als Kind habe ich mich auf den Zwielmarkt gefreut, es gab nix leckeres als ein warmes Stück Zwiebelkuchen.

    Ganz liebe Grüße läßt Antje Dir heute da

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