Montag, 20. Juni 2011

Gärtnerin im Glück







Als ich unter die Gärtnerinnen ging, dachte ich natürlich noch, dass ich mich am meisten über die Ernte freuen würde. Wenn sie denn jemals eintreten sollte. Und natürlich erfreute mich der Gesang des Amselmanns.

Zwar ist unser Verhältnis nicht mehr völlig ungetrübt, seit er sich mit Wonne über meine Beete hermacht. Dennoch finde ich es überhaupt nicht schlimm, Erbsen, Bohnen, Rote Beete und Möhren ganze drei Mal nachzusäen. Auch die Erdbeeren teile ich mittlerweile bereitwillig mit ihm – wenn er nur weiter für mich singt. Mich befällt eine diebische Freude, wenn ich es schaffe, ihn auszutricksen und er vor den fiesen Netzen über den Beeten Halt macht. Und natürlich sofort entferne, als die Gefahr gebannt scheint.

Am allerschönsten aber ist es zu sehen, wie alles heranwächst. Der Moment, in dem ich das scharfe Messer zücken und ernten werde, ist unendlich weit weg. Festzustellen, dass die Rote Beete nun schon als solche zu erkennen ist, die Johannisbeeren nur noch wenige Tage brauchen, die Kletterzucchini sich tatsächlich anschickt, dass zu tun, was sie soll, die Tomaten anfangen, sich zu schämen und gelbe Himbeeren im Sonnenlicht orange scheinen – das ist das pure Glück!


Mein Star bislang: wilde Rauke.  Braucht gar nichts, schmeckt köstlich.

Die erst Zuccini-Blüte - Black Forest.


Die Aubergine - komm Mädchen, gib Gas.
Dabei hatte sie der Frost fast dahin gerafft...


Mittwoch, 15. Juni 2011

Blüten über Blüten

So ein Juni hat was. Kaum öffne ich die knarrende Gartenpforte, recken mir alle, wirklich alle Parzelleninsassen die Köpfe entgegen. 


Wo fange ich an zu staunen? In der Rabatte, wo der Muskatellersalbei sich anschickt, der absolute King zu werden? Der, der neulich gerade zehn Zentimeter im Quadrat maß? Oder der Eden-Rose, die ihre schweren Blütenköpfe kaum noch ohne fremde Hilfe tragen kann? Oder vielleicht doch bei der späten Pfingstrose, die ich gerade noch vorm Vertrocknen gerettet habe und nun wenigstens weiß, wie sie aussieht? 


Jedenfalls nicht bei der Kugeldistel. Die nährt gerade Blattläuse in Farbschattierungen, von deren Existenz ich bislang noch nicht mal was wusste. Sie scheint so gut zu schmecken, dass sie eigentlich schwarz erscheint statt grün. Von ihren blauen Köpfen ganz zu schweigen.


Vielleicht lieber doch im Bauerngarten? Hier ist alles so kompakt und üppig, dass er einen eigenen Post bekommen muss. Außerdem ist Monatsmitte und damit die beste Zeit für die Blogger Blüten im Juni in Seepferds Garten

Der Thüringische Mohnkuchen im Herbst
dürfte gesichert sein.

Frau Unbekannt. Aus dem Garten meiner Eltern
vor dem sicheren Kältetod gerettet, leider ohne
Personalausweis. Vermutet hatte ich die Nostalgie,
sieht aber irgendwie anders aus. 

Die einzige Blüte am riesigen Strauch. Alle anderen
Blüten waren vertrocknet. Sie rettet aber die Ehre.

Schattenspiele der Verbena bonariensis 







Dienstag, 7. Juni 2011

Ritterlich

Der Rittersporn blüht blau im Korn. Die Ritter sind verdorrt – ihr Sporn blüht immer fort. Sagte schon Heinz Kahlau. Recht hat er!

Selbst der tapferste Ritter hätte die Temperaturen der letzten Wochen in Berlin nicht überlebt, da bin ich mir ziemlich sicher. Verdorrt wäre er! Zugegeben, so richtig passt ein Ritter nicht in die Zeit von 1961 und deshalb auch nicht auf unsere Parzelle. Wohl aber der Rittersporn.

Im Herbst im quadratisch-praktischen Staudenbecher im Förster-Garten erstanden, hat er seinen ersten Winter in der Rabatte tapfer gemeistert. Sogar vor den Schnecken konnte ich ihn retten, wenn auch die Biester mehr als hartnäckig waren. Und damit ihn nicht dasselbe Schicksal wie seinen Namensgeber ereilt, bekam er ordentlich Wasser. Als Dank verzückte er uns mit einer Blüte, in Worten: einer. Die aber kam in einem solch überzeugenden Auftritt daher, dass sie alles, wirklich alles andere in den Schatten stellte.



Bis gestern Abend. Ausnahmsweise übernahm Petrus mal das Gießen. Und musste es natürlich ordentlich übertreiben. So ganz ohne Sturm macht er es ja nicht. Deshalb ist der Sporn nun nicht verdorrt, blüht aber auf meinem Schreibtisch immer fort. 

Sogar der Zierlauch zieht den Kopf ein




Definitiv das letzte schöne Foto von den Damen hier...


Der Gemüsegarten zeigt sich ganz spendabel




Die gute alte Strohblume fand die Hitze völlig in Ordnung







Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...