Samstag, 24. Dezember 2011

Frohe Weihnachten

Ich wünsche all meinen Lesern ein wundervolles Weihnachtsfest im Kreise der Liebsten, friedliche, erholsame Stunden und ein frohes Neues Jahr mit einem wohl gesinnten Petrus und vielen neuen Entdeckungen in all den Gärtchen, Parzellen, Anwesen und Ländereien!







Montag, 12. Dezember 2011

Späth’sche Weihnacht

Noch immer ist mir nicht besonders weihnachtlich zumute, doch einen Termin wollte ich in diesem Jahr nicht versäumen: den Weihnachtsmarkt in den Späthschen Baumschulen. Es ist ein wundervoller Ort! Nicht nur für Gärtnerseelen. Hier wird der Berliner gerne mal ganz handzahm, sitzt im Hofcafé und genießt – Berliner Weiße im Sommer, Glühwein im Winter.


Zum Weihnachtsmarktwochenende pilgert die halbe Stadt hierhin: Wärmt sich an Feuertonnen, schlürft heiße Schokolade, lässt den Senf von der Bratwurst tropfen, schultert den Weihnachtsbaum und zieht wieder von dannen. Es gibt gar nicht viel Besonderes, nur leise Musik, Stände mit Töpfen und Tüchern von Omas Dachboden, Soljankaduft und Zuckerwatteschnuten. Und genau das macht diesen Ort so magisch.

Weihnachtsbäume kullern hier nicht einfach so in der Gegend rum. Nein. Jeder einzelne erhält eine rote Schleife in der Krone und hängt, ja: hängt in der Gegend rum. Wer sich einen ausgucken will, kann so lange drehen, bis er ihn gefunden hat. Und schnipp schnapp – schon ist er Dein. Schaut man von den Stufen des Cafés auf den Platz herab, schaukeln die Bäume mit ihren roten Schleifen einfach vor sich hin. Und nach einem ordentlichen Pott Glühwein, Schmalzstulle und gebrannten Mandeln streifte ich noch mal durch nun recht leeren Reihen der Bäume und Sträucher und las sehr glücklich das Schild am Ausgang: Späth’er Frühling am 5./6. Mai.





baumelnde Bäume


Die Wahrzeichen: Schornstein und Uralt-Laterne, im
Sommer sehen sie übrigens so aus. 

Sonntag, 4. Dezember 2011

Cyntia Barcomis Zimtschnecken

Jetzt ist er doch da, der November, und das mitten im Dezember. Auch das letzte Blatt ist vom Baum gepustet, das Auge hat freie Sicht auf alles Grau. Es ist also Zeit, dem Novemberblues, der gar keiner mehr ist, mit winterlichem Backwerk den Kampf anzusagen. Ganz wichtig dabei sind für mich duftende Gewürze, allen voran Zimt. Und deshalb gab es heute im Hause Pelle/Parzelle Cinnamon Rolls, gebacken nach einem Rezept von Cyntia Barcomi (aus Cyntia Barcomis Backbuch). Ich kenne die New Yorkerin durch ihre beiden Cafés in Berlin und ihre Backbücher. Ganz selten tritt sie auch gelegentlich mit ihrer Freundin, der Entertainerin Gayle Tufts auf – eine wundervolle Kombi! 

Ich mag die amerikanische Art zu backen sehr. Hier werden trockene und flüssige Zutaten jeweils gemischt und dann zusammengeführt. Die häufig ungewöhnliche Kombination von Gewürzen und Zutaten finde ich umwerfend. Hier zum Beispiel wird der Hefeteig durch Kartoffelpüree und Buttermilch unglaublich luftig.

Trockene Zutaten
650 g Mehl
35 g Zucker
¾ TL Salz
40 g Rosinen
¾ Würfel frische Hefe oder 1 Päckchen Trockenhefe

Flüssige Zutaten
125 ml Kartoffelpüree (dazu 1 mittlere Kartoffel weich kochen und noch warm mit der Gabel zerdrücken)
60 g weiche Butter
1 großes Ei
125 ml Milch, Zimmertemperatur
125 ml Buttermilch, Zimmertemperatur

Füllung
2 EL Sirup (Grafschafter Goldsaft)
60 g Butter
1 EL Zimt
4 EL Zucker

Glasur
1 EL Milch
70 g Puderzucker

Für den Teig die weiche Butter zu den zerdrückten Kartoffeln zufügen, solange diese noch warm sind. Eier, Milch und Buttermilch dazugeben. Die beiden Milchsorten sollten wirklich maximal lauwarm sein, mehr Hitze würde die Hefe töten. Hefe in die Mischung hineinbröckeln und gut verrühren.

Alle trockenen Zutaten samt Rosinen in einer großen Rührschüssel vermischen. Dann die flüssigen zu den trockenen Zutaten geben. Alles mit dem Handmixer (Knethaken) gut verrühren, dann kurz auf der Arbeitsplatte kneten, bis der Teig glatt und elastisch ist. Ich benutze hierzu meine Kitchenaid und lasse alles etwa 5 min auf Stufe 2 kneten – damit spare ich mir das extra Kneten.

Den Teig in eine Schüssel geben, mit einem Geschirrtuch abdecken und eine Stunde gehen lassen, bis er sich verdoppelt hat.

Die Füllung
Sirup und Butter in einem kleinen Topf schmelzen. Währenddessen Zimt und Zucker mischen. Boden und Seiten einer Springform einfetten.

Den Teig aus der Schüssel auf eine bemehlte Arbeitsfläche stürzen, platt drücken und 2 cm dick ausrollen, so dass ein Rechteck von ca. 40 cm Länge und 30 cm Breite entsteht.

Den Teig mit dem Buttersirup einpinseln, am Rand ca. 1 cm frei lassen. Den Zimtzucker mit einem großen Löffel darüber verteilen.

Nun den Teig der Länge nach fest aufrollen wie einen Teppich. Mit einem sehr scharfen Messer 3 – 4 cm dicke Scheiben abschneiden und hochkant, dicht nebeneinander in die Springform stellen. Der Platz sollte gerade so für alle Scheiben ausreichen.

Die Schnecken nochmals 30 min gehen lassen. In dieser Zeit den Ofen auf 190 Grad vorheizen. Dann in den Ofen geben und ca. 35 min backen.

20 min abkühlen lassen und aus der Form nehmen.

Mit der Glasur (Milch und Puderzucker verrührt) beträufeln.





Sonntag, 27. November 2011

Advent, Advent


Eigentlich bin ich kein Weihnachtsmuffel. Eigentlich. Nur in diesem Jahr fällt es mir ziemlich schwer, mich dem ganzen Adventszauber hinzugeben. Wahrscheinlich will ich einfach nicht wahrhaben, dass mein erstes Gartenjahr nun unwiderruflich vorbei ist und die Parzelleninsassen ihren wohlverdienten Winterschlaf antreten.

Was liegt da näher, als noch mal fix in die Gummistiefel zu krauchen und ein paar Schätze für den Adventskranz zu sichern? Die Hagebutten von Nachbars Heckenrose, die Zieräpfel vom Vereinsplatz, die Mispeln vom riesigen Strauch am Kompostplatz – schnipp schnapp, ab ins Körbchen. Die Samenstände der Jungfer im Grünen, die harten Kapseln vom Mohn, Berberitze und die vertrockneten Triebe des Oregano stammen sogar aus meiner eigenen „Zucht“. So nehme ich mir mein Gärtchen mit nach Hause und wünsche nun allen eine wundervolle Adventszeit!


Sonntag, 20. November 2011

Igelpalazzo und sonstige Winterquartiere

Als ich im letzten Winter über meine Parzelle schlich und versuchte, die Fährten im Schnee zu lesen, fiel mir eine besonders auf. Wie an einer langen Schnur fädelten sich abwechselnd links und rechts Katzenpfoten entlang, allerdings hatte dieses Wesen größere Füße als eine Katze. Am Ende der ach so verzaubernden Spur fand ich dann auch den Beweis, dass es sich hier um ein etwas größeres Kätzchen handeln müsse: Ein Igel, oder besser: das, was von ihm übrig war, lag mit zerfetztem Kleid und Füßen nach oben auf einem Haufen Schnee. Aus seinem Laubhaufen gezerrt! Wer tut bloß so was? Der Fuchs! Dem kann man in unserer Anlage auch am helllichten Tag begegnen, vorzugsweise im Rotkäppchenweg. Meist liegt ihm ein fieses Grinsen  auf den Lippen und über Nacht vergessene Lederschuhe sind am nächsten Morgen unauffindbar – neben Igel morden seine zweite große Leidenschaft...

Damit so was in diesem Jahr nicht passiert, habe ich beschlossen, dem stacheligen Kerl ein Haus zu bauen. Ein richtiges. Eine Burg! Ein Verließ! Hier hatte ich vor einiger Zeit eine Anleitung dafür gefunden. Steine und Platten haben wir mittlerweile zuhauf zutage gebracht – das Vergraben von Gehwegplatten, Fundamentresten und alten Möbeln muss eine heimliche Leidenschaft unserer Vorpächter gewesen sein. Laub gibt’s natürlich umsonst und Stroh hat die Gärtnerin selbstverständlich noch vom Erdbeeren mulchen übrig.

Zwei Reihen Ziegelsteine überandergelegt, eine Öffnung nach Südost (!)

Für warme Füße gab's 'ne Lage Rosenfließ, darüber Laub und Stoh

Als Abschluss die halbierte Marmorplatte eines alten Küchenschranks,
kürzlich ausgegraben und hoffentlich zu schwer für den Fuchs

Obendrauf noch Holzabschnitte, fertig ist die Laube

Allerdings muss ich nun Emil erklären, dass ich seine Marmorplatte, die sonst immer den Kompost beschwert, zweckentfremdet habe. Tja, hart ist das Leben im Garten! 

Die Dahlien dürfen den Winter im heimischen Hausflur verbringen - ich traue den Temperaturen in der Laube einfach nicht. Hier dürfen sie schlafen, bevor sie wieder in die Erde kommen oder in befreundete Gärten umziehen, wie zum Beispiel hierhin.

Langsam wird's ruhig im Bauerngarten

Sonntag, 13. November 2011

Zwiebelkuchen

Langsam wird es ungemütlich unterm Apfelbaum, selbst wenn die Sonne sich noch mal große Mühe gibt. Heute wurde dann auch noch das Wasser abgestellt – für die nächsten vier Monate heißt es also Kaffee aus der Thermoskanne. Frustrierend! Aber auch ein Grund mehr, es sich am heimischen Herd gemütlich zu machen.

Heute gibt’s Zwiebelkuchen, ganz klar thüringisch-amerikanische Fusion-Küche. Denn der Teig ist der Grundstock meines Brotteigs, das „Topping“ aus meiner alten Heimat. Als ich vor mehr als zwei Jahren anfing, selber Brot zu backen, hatte der New Yorker Bäcker Jim Lahey daran ordentlich Schuld. Irgendwie stieß ich im Netz auf ein Video, in dem er einem Journalisten der New York Times das Brotbacken beibringt. Er hat mich damit dermaßen infiziert, dass ich so selbst den Weg zum Brotbacken fand. Heute verwende ich seinen No-Knead-Bread-Teig immer wieder anders – jedes Mal bin ich erstaunt, wie gelingsicher und vielfältig er ist. Am allerbesten schmeckt er mit mediterranem Mehl, das ich hier beziehe, das ganz normale tut es aber auch. 


Da ich sowieso einen Hang zur amerikanischen Küche habe, verwende ich auch meist die amerikanischen Maße, Spoons and Cups. Manche Foodblogger werden jetzt wohl die Augen rollen, ich komme aber wunderbar damit zurecht. Für all die, die es ausprobieren möchten, gebe ich natürlich auch die deutschen Maße an.

Zutaten für den Teig:
3 Cups Weizenmehl (400 g)
1 ¼ TL Salz (8 g)
1 TL Trockenhefe (1 g)
1 1/3 Cups kaltes Wasser (300 g)
bei Verwendung von mediterranem Mehl etwas mehr Wasser zugeben

Zutaten für den Belag:
5 Zwiebeln
200 g magerer, gewürfelter Speck
1 – 2 EL Butter
1 TL zerstoßener Kümmel
200 ml sauere Sahne
2 Eier
½ TL Salz

In einer großen Schüssel das Mehl mit Salz und Trockenhefe mischen. Wasser hinzufügen und solange mit einem Spatel oder Kochlöffel mischen, bis gerade ein glatter Teig entsteht (nicht länger als 30 Sekunden rühren). Das ganze ist etwas klebrig. Die Schüssel mit einem Teller abdecken und bei Zimmertemperatur 12 bis 18 Stunden stehen lassen.

Der Teig nimmt in dieser Zeit deutlich an Volumen zu – die Schüssel sollte deshalb groß genug sein. Er lässt sich aber super vorbereiten, es macht auch gar nichts, wenn er nur 8 – 10 Stunden steht, nach 12 oder gar 18 schmeckt er aber umso besser, da das Mehl langsam fermentiert und so einen sehr guten Geschmack entwickelt.

Eine Arbeitsplatte großzügig mit Mehl bestäuben. Den Teig mit dem Spatel aus der Schüssel lösen, auf die Arbeitsplatte kippen, die Oberfläche mit Mehl bestäuben, flach drücken und auf ein Stück Backpapier heben. Mit einem Tuch bedecken und 1 bis 1,5 Stunden liegen lassen.

Den Backofen auf 250 Grad vorheizen. Am allerbesten gelingt der Zwiebelkuchen auf einem Brot- bzw. Pizzabackstein, dann erhält der Teig die typische Porung. Wer keinen hat, kann ihn aber selbstverständlich auch auf dem Backbleck backen, dann aber möglichst die Temperatur auf 260 Grad erhöhen.

Zwiebeln schälen, halbieren und in Scheiben schneiden. Die Butter schmelzen, die Speckwürfel darin glasig braten, die Zwiebeln hinzufügen und ebenfalls glasig werden lassen. Salz und Kümmel zufügen. Noch heiß auf dem Teig verteilen.

Die Eier mit der saueren Sahne verrühren und darüber verteilen. Auf der untersten Schiene für ca. 25 bis 30 Minuten backen. Kurz abkühlen lassen, in Stücke schneiden, genießen.


Montag, 7. November 2011

Letztes Aufbäumen

Es wird ruhig auf der Parzelle. Langsam aber sicher kommt er, der Abschied. Der Sonnenschein der letzten Wochen versüßt ihn aber gewaltig. Und spornt den einen oder anderen Insassen noch einmal zu Höchstleistungen an. Der Mohn zum Beispiel. Verzückte mich im Frühjahr mit den schönsten Blüten, vergrätzte mich mit hässlichen, ausladenden, toten braunen Blättern im Sommer und will es jetzt noch einmal richtig wissen. Vielleicht hat er ja auch einfach Angst.

Von einem Tag zum anderen werfen die Apfelbäume ihr Laub ab, die Fette Henne kriegt gelbe Blätter und die versessenen Eichhörnchen vergraben Nachbars Wallnüsse unter den Hecken. Die Zugvögel ziehen und die, die hier bleiben, nehmen alles wieder in Besitz. Vorbei die Zeit, in der die eigentlichen Bewohner sich brav uns Sommerbewohnern unterworfen haben. Die Kohlmeisen kämpfen mit der Gärtnerin um den letzten Keks, das Eichelhäher-Paar sitzt laut schimpfend im Kirschbaum und macht ihr ein schlechtes Gewissen. Sie schmunzelt, steigt aus den Gummistiefeln und trollt sich davon.

So richtig traurig ist sie aber nicht, sondern widmet sich einer ihrer anderen Leidenschaften, dem heimischen Herd. Deshalb wird es in Zukunft hier auch das eine oder andere Lieblingsrezept geben. Ist auch ganz praktisch, um Emil bei Laune zuhalten. Schließlich gräbt es ich besser mit vollem Bauch. 

Da ziehen sie

Der gute vor einer Woche, Willen hat er, oder?


Laub, Laub, Laub...
Die Fette Henne wird langsam wieder dünne

Demnächst hier - Zwiebelkuchen 

Montag, 10. Oktober 2011

Loblied

Dass ich mich im Frühjahr bei der Auswahl der Samen für eine Kletterzucchini entschieden hatte, hatte seine Gründe. Zu tief saß noch die Erkenntnis aus meinem früheren Leben als Balkongärtnerin, dass alles sowieso viel üppiger wächst als geplant und der Balkon damit Woche um Woche soweit an Raum verliert, dass am Ende gerade noch die Gießkanne Platz hat. Das sollte mir im eigenen Garten natürlich nicht passieren!

Also wanderte ein Tütchen mit der Aufschrift „F1 Hybride, Black Forest, kletternd“ ins Online-Shopping-Körbchen. Sechs Korn für 3,49 Euro. Nicht schlecht, dachte ich: 60 Cent pro Kern, umweltfreundlich ist sie, klettern soll sie – hochhinaus statt in die Breite. Nur was das mit dem Schwarzwald sollte, war mir so nicht klar.

Tapfer ertrug ich Emils anfänglichen Spott, der in Anbetracht des zarten Pflänzchens am Fuße des mörderischen Pfahls, den er auf Wunsch einer einzelnen Gärtnerin dorthin versenkte, durchaus gerechtfertigt war – aus heutiger Sicht natürlich. Nun aber hat sie ihren Zweimeterfünfzigpfahl restlos erklommen und lässt sich auch vom nahenden Herbst nicht beeindrucken. Sie avancierte schnell zum Star der Parzelle und verzückte uns mit vielen wohlschmeckenden Früchten – nach der dreißigsten hörte ich allerdings auf zu zählen. Und beantwortete nur doch die Fragen nach dem „Zucchinibaum“ wahrheitsgemäß mit „1,50 Meter, ... 2 Meter...“
Während nun langsam einige Familienmitglieder die Freude auf gefüllte Zucchini, Zucchini-Kartoffel-Puffer und Zucchini-Zitronen-Spaghetti einstellen, widmet die Gärtnerin dem Bäumlein einen eigenen Post und sagt einfach mal danke an den Schwarzwald!

Und da wir schon mal bei Lobliedern sind: Neulich noch musste ich all meine Tomaten wegen der Braunfäule entfernen. Nur die eigentlich braunfäuleresistente Sorte Philovita durfte bleiben. Sie hatte zwar braune Flecken - aber eben nur da, wo befallene Blätter der anderen Sorte sie berührten. Und so wuchs auch sie als Baum, entwickelte eine echte Krone und ist nun fast auf "Augenhöhe" mit dem Schwarzwald. Schon zu Balkonzeiten war sie meine Lieblingssorte und wird es wohl auch bleiben.



Auch der Sprossen-Broccoli Santee F1 hat entschieden, sich als Baum zu präsentieren, trotzt den weißen Fliegen und spendet nun Woche um Woche neue Röschen.







Dienstag, 27. September 2011

Späth'sommer

Das, was der Karl-Förster-Garten für Potsdam ist, sind die Späthschen Baumschulen für Berlin. Institution und Wallfartsort. Zugegeben, ich habe es in diesem Jahr erst einmal nach Potsdam geschafft. Die Späthschen Baumschulen dagegen liegen in meiner Nachbarschaft – großzügig gesehen – und sorgten bereits für einiges frisches Blut auf meiner Parzelle.

Einmal im Jahr rufen Späths zum Traditionsfest und janz Berlin jeht hin. Und immer, wirklich immer bricht spontan der Altweibersommer aus und wärmt die anwesenden Gärtnerseelen. Plötzlich spielen Kinder im Gewirr der noch so jungen Baumkronen, schleichen Feen durchs Geäst – und der Gartenfachberater meiner Anlage ist auch schon da und nickt mir anerkennend zu.

Unzählige Pflanzen- und Zwiebelstände säumen Wege, von deren Existenz man sonst nichts ahnt, angestochene Bierfässer, Grillwürste und selbstgebackene Kuchen duften um die Wette. Die Gärtnerin vergisst ihren Vorsatz, nicht zuviel Geld auszugeben, auf der Stelle und gibt sich dem Trubel einfach hin.

Und nächstes Jahr im September habe ich wieder einen Termin. Dann nehme ich meine Äpfel ins Gepäck, denn einen Pomologen gibt’s dort auch, der hat sogar ein eigenes Apfelzelt und freut sich über seltene Stücke.







Mittwoch, 21. September 2011

Erst wird’s Herbst...

... dann sterbst. Sagt meine Lieblings-Schwiegermutter immer. Ist wohl ne sächsische Weisheit. Ick weeß ja nich! 

Aber wenn ich mich so umschaue auf der Parzelle - so ganz falsch liegt sie nicht.

Ich muss ja zugeben, dass der Herbst eigentlich meine Lieblings-Jahreszeit ist. Niemals ist das Abendrot so schön wie im September und niemals der Wind so kräftig wie im Oktober. Wenn nur danach nicht immer gleich der November folgen würde!

Doch in diesem Jahr ist alles anders. Ich bin überhaupt noch nicht bereit für den Herbst! Will er mir doch sagen, dass mein erstes Gartenjahr fast vorbei ist. Ich sehe nun genau die Kandidaten wieder, die mich im letzten Jahr um diese Zeit empfangen haben. Phlox, Herbstkrokusse und Fette Henne buhlen um die Gunst der Gärtnerin, Nachbars Brombeeren krauchen durch den ollen Zaun und schauen sich um bei Familie Pelle/Parzelle.

Was soll ich denn bloß machen, wenn es jetzt abends schon wieder dunkel ist, ehe mich das Büro ausspuckt? Flutlicht? Wohl kaum! Den Blog für den Winter in einen Food- und Back-Blog umwandeln? Warm und hell wäre es ja am Herd der Gärtnerin. Und Scheun’ und Keller sind auch gefüllt. Vielleicht keine schlechte Idee. Erst mal mit Emil reden, ob er auch Indoor-Fotos hinkriegt. Bis dahin ein paar Bilder aus den letzten Sonnentagen.

Die Herbstkrokusse - oder sind es -zeitlose? Liebe Annette, was meinst Du?


Gekauft als Blue Boy - so ganz hat es nicht geklappt mit dem Blau...
Ich liebe sie trotzdem!

Ebenfalls meine Favoriten: Fall-Gold-Himbeeren, tragen im Frühjahr und
im Herbst, schmecken viel besser als rote und lassen sich super im
Dunkeln pflücken
Was wollte ich nochmal heute Abend alles anstellen? 

Montag, 5. September 2011

Hätte...

... ich gewusst, dass es zum Leben einer Gärtnerin gehört, unzählige Nächte apfelmuskochenderweise am Herd zu verbringen, bevor ich mein Gärtchen besaß? Dass ich aus Mangel an geeigneten Gläsern und Gefäßen die Supermärkte abklappere und mich freue wie ein König, wenn ich noch welche ergattere? Hätte mich all das davon abgehalten, mich in genau diese alte Laube mit den vier riesigen Apfelbäumen zu vergucken?
Wohl kaum! 

Hätten die Millionen fieser Apfelwickler vielleicht ein klein wenig Milde walten lassen, hätte ich es gehalten wie Anja vom kleinen Horrorgarten. Kofferraum auf, Äpfel rein, zur Mosterei – einmal Apfelsaft für die nächsten 50 Jahre. Doch allein der Gedanke, dass in jedem, wirklich jedem Apfel so ein Fiesling steckt, werde er nun gekocht oder nicht, hielt mich davon ab. Also gab’s nur eins: Schälen, schnitzen und rein mit dem Zauberstab. Deshalb gibt es jetzt im Hause Pelle/Parzelle Apfelmus für alle. Das Ergebnis: zwanzig Gläser, fünf riesige leergegessene Schüsseln – und der Zimt ist auch alle.

Den Wicklern sage ich im nächsten Jahr den Kampf an. Schließlich will ich den Pomologen aufsuchen und fragen, welche Schätze ich beherberge. Wäre ja blöd, wenn der Wickler ihm dann einen Guten Tag wünscht. Bis dahin bedanke mich sehr herzlich bei den Anlegern meines Gärtchens, die die vier Bäume vor fünfzig Jahren so erzogen haben, dass immer nur zwei pro Jahr tragen. Die anderen beiden holen tief Luft und rüsten sich für das nächste Jahr.

Da steht er nun und duftet


Fünf von 500
Wenn allerdings dann die geschundenen Gärtnerinnen-Hände solche Schätzchen aus dem Briefkasten fischen, freut sich die Seele! Liebe Gesine, ich danke Dir von ganzem Herzen und halte Dich bloggenderweise auf dem Laufenden über Aufzucht und Hege!

Samen aus Seepferds weißem Garten! Danke, Gesine!

Donnerstag, 25. August 2011

Ein Award, ein Award!


Gesine von Seepferds Garten hat mir einen Blog-Award verliehen! Vielen Dank! Ich fühle mich geehrt! Mein allererster!

Bestimmt denken jetzt die alten Hasen unter den Gartenbloggern: „Mein Gott, wie langweilig.“ Aber hey, es ist mein erster Award und der kommt ins Laubenregal! Erst wenn das dann vor lauter Award’n von der Wand fällt, denke ich drüber nach, entweder keine Awards mehr anzunehmen oder halt ein zweites zu bauen...

Nun muss (darf?) ich also den Award weiterreichen, aha. Tja, Gesine, einige meiner Kandidaten hast Du schon bedacht. Ich reiche den Award deshalb weiter an

Die Teichrose von Jungfer im Grünen: auch eine Berliner Bloggerin, die ganz wesentlichen Anteil daran hat, dass ich überhaupt angefangen habe zu bloggen und diese Gartensaison mit einem Gipsbein verbringen musste,

Jordemodern, weil sie so wunderbar ehrlich ist und mir jeder ihrer Posts ein Lächeln ins Gärtnerinnen-Gesicht zaubert und

Sanicula, weil ich schon so lange heimlich bei ihr mitlese und mich noch nie zu erkennen gegeben habe.




An diesen Award sind folgende Bedingungen geknüpft:

Das Ziel dieser Aktion ist, dass wir unbekannte, gute Blogs ans Licht bringen. Deswegen postet bitte keine Blogs, die ohnehin schon 3.000 Leser haben, sondern talentierte Anfänger und Leute, die zwar schon eine Weile bloggen, aber immer noch nicht so bekannt sind. Erstelle einen Post, in dem du das Award-Bild postet und die Anleitung reinkopierst (dieser Text). Außerdem solltest du zum Blog der Person verlinken, die dir den Award verliehen hat und sie per Kommentar in ihrem Blog informieren, dass du den Award animmst und ihr den Link deines Award-Posts hinterlassen. Danach überlegst du dir 3-5 Lieblingsblogs, die du ebenfalls in deinem Post verlinkst und die Besitzer jeweils per Kommentar-Funktion informierst, dass sie getaggt wurden und hier ebenfalls den Link des Posts angibst, in dem die Erklärung steht.

Sonntag, 14. August 2011

Es fehlt der Schwefel

Gibt es dieser Tage eigentlich irgendeinen Gärtner, der seine Tomaten nicht mit der Sense erntet? Sprich mit Stumpf und Stiel das ganze „gebraunfäulte“ Zeugs von seinen Beeten rupft? Inklusive all der vielen grünen Dinger, die gestern noch sein Stolz waren? Die gebündelte Vorfreude auf später, doch später ist dann morgen und morgen ist dann alles braun? Tragisch ist das.

Mitten im August. Haupterntezeit der Tomaten. Eigentlich. Aber in diesem Regensommer wird wohl dass, was nicht wegschwimmt, einfach mal braun. Dennoch. Die, die mir vergönnt waren – immerhin ganze sechs Kilo – waren köstlich. Deshalb wird jetzt nicht weiter gejammert, sondern geschlemmt. Schließlich sagten schon meine Freunde zur Neupächterschulung: „Früher, als wir noch die Industrie hatten, da gab’s noch Schwefel in der Luft. Das ist der einzige Feind der Braunfäule.“ Tja, da war die Welt wohl noch in Ordnung...

Die Henkersmahlzeit

Vor zwei Wochen standen sie noch einträchtig: kleine Flaschentomate,
Black Cherry und Philovita - die letzte ist meine Freundin, die ist
schließlich braunfäuleresistent (na gut, fast) und noch nicht ganz so
schlimm betroffen. Deshalb darf sie noch ne Woche länger stehen...
Marmande, sie sollte mal mein ganzer Stolz werden, aber
so wird das nix.
Yippieh! Broccoli. Dies ist die gesamte Ernte von acht (!)  Pflanzen. Die
weißen Fliegen fanden den super.

Zum Abschluss was Versöhnliches: Der zweite Flor der Eden-Rose

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