Sonntag, 16. Februar 2014

Freude!

Die erste Erde der neuen Gartensaison sitzt noch unter den Fingernägeln – und kuriert mich doch tatsächlich fast vollständig von mehreren Monaten schwerster Blog-Unlust. Die Sonne schien, das Thermometer zeigte unfassbare 11 Grad – und das mitten im Februar. Tja, und mein Gärtchen? Wartete mit allerlei Überraschungen auf!

Aus den vier Schneeglöckchen vom letzten Jahr wurden ganze sieben. Die beiden unverwüstlichen (und einzigen!) Krokusse wogen ihre Blüten im Wind. Von der 200er Packung, die ich hoffnungsvoll im Herbst versenkte – keine Spur. Dabei war ich wirklich nett zu ihnen. Vielleicht brauchen sie aber noch ein wenig, schließlich habe ich sie in der Wiese vergraben. Die ersten Allium-Spitzen lugten ebenfalls hervor, die Tulpen haben auch schon gegrüßt. Die allzeit sicherste Kandidatin, die Fette Henne, schwingt sich wie immer schon im Winter zu Großem auf. Nein, wie ist das schön!


Die größte Überraschung allerdings warte auf mich im Kohlbeet. Schlichtweg zu faul zum Roden ließ ich im Spätherbst einfach alles auf dem Beet, was Stiel und Blätter hatte. Der wirklich sehr gnädige Winter sorgte nun für neuen Austrieb am Grün- und Rosenkohl. Sogar der letzte Spitzwirsing hat den Frost alles andere als übel genommen und sah einfach zum Reinbeißen aus. Und so bescherte mir die Parzelle heute die erste Gemüsemahlzeit des Jahres. Wundervoll!


Erst zwei, dann vier, dann sieben
Auch Pfingstrosen wird es geben
Grünkohl Redbor. Ich liebe die dunkle Sorte!
Rosenkohl Redball
Spitzwirsing Samantha, eigentlich nicht winterhart

Montag, 11. November 2013

Das Gemüse wächst im nächsten Jahr bei...


... Jutta von http://meine-hobbywelt.blogspot.de! Herzlichen Glückwunsch, liebe Jutta! Hab viel Spaß beim Lesen und vielleicht wagst Du Dich ja an die eine oder andere Sorte heran im nächsten Jahr. Bitte schreibe mir doch Deine Adresse an dagmar.parzelle@gmx.de, dann schicke ich es gleich los!

Vielen Dank an alle für’s Lesen, Kommentieren und Mitmachen! Seid nicht traurig, dass Ihr nicht gewonnen habt, Ihr wisst – es kann immer nur einen geben. Bestimmt mache ich bald mal wieder eine Verlosung. Mir hat es nämlich großen Spaß gemacht!



Montag, 28. Oktober 2013

Von Gärtnern und ihrem Gemüse - Buchbesprechung mit Verlosung


Was haben die Etagenzwiebel, Schluddererzen, Küttiger Rüebli, Ahrtaler Koksje und Baumspinat gemeinsam? Sie tragen Namen, die ich als leidenschaftliche Gemüseanbauerin noch nie in meinem Gärtnerleben gehört habe. Und: Sie alle sind Protagonisten im frisch erschienenen Buch „Die Vielfalt kehrt zurück. Alte Gemüsesorten nutzen und bewahren“ von Ina Sperl.

Auf knapp 200 Seiten widmet sich die Autorin alten, fast vergessenen Gemüsesorten. Zu Beginn gibt sie einen wirklich gut recherchierten Überblick darüber, was „alte Sorten“ sind, woher die Hybriden kommen, welche rechtlichen Bestimmungen in Deutschland herrschen und welche Initiativen sich seit langem um den Erhalt alter Sorten bemühen.

Im Anschluss portraitiert sie 15 leidenschaftliche GärtnerInnen. Sie erzählt deren Geschichten um das jeweilige Gemüse, zeigt auf, woher diese Verbundenheit stammt und nimmt den Leser mit zu einem Rundgang in den verschiedenen Gärten. Am Ende jedes einzelnen Gartenbesuchs finden sich unter der Rubrik „Was? Wann? Warum?“ konkrete Anbautipps, persönliche Ratschläge der Gärtner zu ihren Sorten, Hinweise zum Gewinnen der Samen und sogar Rezepte, von denen ein Großteil direkt auf meiner persönlichen Nachkochliste landete. Für all die, die nach der Lektüre erste eigene Versuche im Garten starten möchten oder eine längst vergessene Sorte wiederentdeckt haben, gibt es am Schluss Adressen und Infos zu Gärtnern, Vereinen und Initiativen.

Dass die Autorin selbst nicht nur leidenschaftliche Gärtnerin, sondern auch Journalistin ist, merkt man den wunderbar geschriebenen, liebevollen Texten an. Während das Layout frisch und frei daherkommt, sind nicht alle Fotos perfekt – und genau das macht das ganze Buch so sympathisch.

Ich musste es in einem Rutsch durchlesen, bin dankbar für die Erweiterung meines Gemüsehorizonts und jede Menge potenzielle Anbaukandidaten auf der heimischen Parzelle. Ich hoffe sehr, dass das Buch noch viele weitere Gemüse- und Bishernochnichtaberbald-Gärtner ansteckt. Was nach der Lektüre bleibt, ist der immer stärker aufkeimende Wunsch, mein eigenes Schrebergärtchen wäre spontan um einen kleinen Acker zu erweitern und ließe den Anbau von mindestens der Hälfte der vorgestellten Arten zu!

Und weil es so schön ist, verlose ich unter all denen, die hier bis zum 10. November einen Kommentar hinterlassen, ein Exemplar!



Schön, oder?

Mittwoch, 18. September 2013

Süß-sauer eingelegte Paprika


Was wurde eigentlich aus Achim und Bernd? Die sind jetzt im Glas. Hatten sich zu echten Prachtexemplaren entwickelt und der Gärtnerin einen wahrhaften Erntesegen beschert. Der Platz auf dem Gemüsebeet im nächsten Jahr ist ihnen mehr als sicher!

Die Paprikasorte Mustafa, so ihr eigentlicher Name, ist eine früh und mehr als reich tragende Sorte, die aus dem Kosovo stammt. Meine Jungs kamen wunderbar klar mit den Berliner Wetterbedingungen auf der Parzelle. Die Früchte (etwa 15 pro Pflanze) sind mittelgroß, dickfleischig und schmecken recht mild – obwohl die eine oder andere Frucht auch etwas Schärfe entwickelt hat.


Sie schienen mir perfekt geeignet zum Einlegen. Schließlich gibt es nichts Schöneres als ein Küchenregal voller Schätzchen, die im Winter den Geschmack des Sommers zurückbringen. Deshalb musste das alte thüringische Familienrezept für saure Gurken herhalten. Meine Mutter und Großmütter wurden mit diesem Rezept schon so mancher Gurken-, Zwiebel- oder Zucchini-Schwemme Herr – vielleicht habt Ihr ja auch noch den ein oder anderen Kandidaten auf dem Beet, der es lohnt, eine süß-saure Behandlung zu erfahren und so vor dem sicheren Herbst gerettet zu werden!

Die Zutaten:
4 Liter Wasser
300 g Zucker
150 g Salz
¼ Flasche Essig Essenz (100 g)
2 EL Pfefferkörner
50 g Senfkörner
pro Glas eine Zehe Knoblauch
pro Glas eine mittelgroße Zwiebel
je nach Geschmack 1 Lorbeerblatt pro Glas

Wie viele Gläser man braucht, hängt natürlich von der Ernte-Menge ab, das Rezept lässt sich aber prima anpassen. Die ausgewaschenen Gläser und Schraubdeckel im Backofen bei 90 Grad für 10 min sterilisieren. In jedes Glas eine in Scheiben geschnittene Zwiebel und eine Knoblauchzehe geben. Darauf den in grobe Stücke geschnittenen Paprika schichten.

Wasser, Zucker, Salz, Essig (ich habe hier 50 g Essig Essenz und 150 g meines selbstgemachten Kräuteressigs benutzt), Pfeffer- und Senfkörner zusammen aufkochen, kurz simmern lassen und noch heiß über das Gemüse in die Gläser füllen (etwa bis 1 cm unter den Rand). Mit den Deckeln verschließen. Abkühlen und ein paar Tage ziehen lassen.

Ich habe die Gläser, um sie länger haltbar zu machen, noch heiß in eine mit heißem Wasser gefüllte Bratpfanne gestellt und für 1 Stunde bei 175 Grad Ofentemperatur einkochen lassen. So wie das Ergebnis schmeckt, hätte ich mir das sparen können, sie schmecken einfach zu gut!



Sonntag, 15. September 2013

Vollkommen versöhnt...


... bin ich mit dem Herbst, wenn ich mir meine fette Beute ansehe! Wirft das Gärtchen zwar den ganzen Sommer über schöne Früchte ab, kommt die wahrhaft reiche Ernte immer im September. Die Äpfel werden reif, die Kürbisse fangen an zu leuchten, der Kohl steht fett im Feld, die Roten Beete werden kugelrund und die Tomaten geben ihr Letztes.

Und irgendwie ist es gerade überhaupt nicht schlimm, dass es kühler wird und ich vor der nahenden Dämmerung auf der Parzelle fliehe. Ich schleppe stolz all meine Früchtchen an den städtischen Herd. Die erste Ladung Apfelmus ist durch, im Ofen simmert das Pflaumenmus vor sich hin, die Kürbissuppe köchelt. Was für ein versöhnlicher Geruch! Da kann man dem Herbst doch nicht wirklich nicht länger böse sein, oder?



Ich bin ja immer etwas geizig mit dem Platz - drum: wer ranken muss,
kann schließlich auch in die Höhe ranken. Die Gurken an den Rosen-
Rankgerüsten haben sich prächtig gemacht
Paprika Ference Tender - ein echter Freiland-Kandidat mit riesigem Ertrag
Rote Beete Moulin Rouge
Flaschentomate Agro F1. Die perfekte Soßentomate
Cocktailtomate Sungold F1, Sieger in irgendeinem
englischen Geschmackstest. Ich mag ihr perfektes
Farbenspiel


Dienstag, 10. September 2013

Den Sommer verlängern


Man kann ihn ja nicht mehr verleugnen, den Herbst. Früher fiel mir der Abschied vom Sommer immer sehr schwer, doch seit ich meine Parzelle habe, konnte ich meinen Frieden mit ihm machen. Ich genieße das intensive Licht, das letzte Aufbäumen all der Pflanzen und natürlich die reiche Ernte. Schleppe alles nach Hause in die Stadtwohnung und gönne dem Gärtchen ein wenig Ruhe.

Und doch nutze ich natürlich jede Gelegenheit, den Sommer für ein paar Stunden zurückzuholen. Womit könnte das besser gelingen als mit „einem Liter Sonne im Glas“? Vor ein paar Wochen haben einige BloggerInnen schon über die wunderbaren Sonnengläser berichtet (hier oder hier oder hier) und natürlich musste ich sie unbedingt auch haben!

Zugegeben, ganz preiswert sind sie nicht. Doch wer sich jemals einen schönen Sommerabend mit ihnen versüßt hat, wird kaum auf sie verzichten wollen. Etwas skeptisch war ich schon, ob denn das Licht auch wirklich ein warmes Licht ist. Finde ich doch das kalte, meist blaue Licht, dass die Kollegen aus dem Baumarkt verbreiten, die den Eingang zu so manchem, am Tage wirklich schönen Garten säumen, einfach nur grauenhaft.

Ich wurde aber eines Besseren belehrt. Das Sonnenglas ist praktisch ein Einweckglas mit Deckel, in dem sich LED-Leuchten befinden, die über Solarzellen im Deckel aufgeladen werden. Stellt man sie tagsüber in der Sonne auf, werden die LED-Akkus aufgeladen und verbreiten später für viele Stunden weiches und keinesfalls blendendes Licht. Der Henkel am Deckel ist sehr stabil und hielt schon so manchem Spaziergang im Dunkeln stand!

Kurzum: Ich kann die Sonnengläser nur empfehlen! Und werde mir meine Schätzchen nun von der Parzelle auf den heimischen Balkon holen und den Sommer verlängern!

Alle Infos dazu unter www.sonnenglas.net. Bestellbar auch ganz bequem über Amazon.





Und noch etwas, das mir sehr am Herzen liegt: Vielen Dank für all die lieben Worte zu meinem letzten Post! Ich habe mich sehr gefreut und sollte ich mal wieder Zweifel bekommen, werde ich einfach all Eure wundervollen Kommentare noch mal und noch mal lesen!


Montag, 26. August 2013

Niedrigfrequenzbloggen


Ja, ich bin eine leidenschaftliche Gärtnerin. Und ja, ich blogge auch gerne. Aber ist ein Gartenblog wirklich das Richtige für mich? Diese Frage habe ich mir oft gestellt in den letzten Wochen. Es macht mir wirklich große Freude, über den Garten zu schreiben, Fotos zu teilen und natürlich auch im eigenen Blog nachzusehen, wie weit die Tomaten im letzten August waren.

Doch das Problem ist: Zu der Zeit, zu der ich das meiste zu berichten hätte, ist Sommer. Und es gibt nichts Schöneres für mich, als den Garten im Sommer in vollen Zügen zu genießen. Darüber zu bloggen, dazu fehlt mir die Zeit. Im Herbst und im Winter, wenn ich mehr Zeit hätte zu schreiben, ist auch viel weniger los auf der Parzelle.

Ist denn vorübergehendes Niedrigfrequenzbloggen, so wie ich es die letzten Wochen getan habe, eine Lösung? Ich weiß es nicht. Auch ganz analog lebe ich eher nach der Devise: „Wenn man nichts zu sagen hat, einfach mal die Klappe halten“. Dabei hätte ich doch aber so viel zu sagen! Aber wenn ich Zeit unterm Apfelbaum verbringen kann, werde ich bestimmt nicht am Rechner sitzen. Doch „Dosenfutter“, nur um etwas zu posten – niemals!

Vielleicht mache ich erst einmal so weiter wie bisher. Nutze den Herbst und den Frühling, poste über die reiche Ernte, die ersten Frühblüher, zeige im Winter die Werke aus Küche und Keller – und lasse mich vom Sommer wie jedes Jahr einfach überrumpeln. Schweige fein still und genieße ihn, bis der Herbst kommt.

Und da er gerade wieder im Anmarsch ist, hier ein paar Fast-Herbst-Fotos. Fast Herbst heißt, auch wenn es noch Sommer ist, ich melde mich nun wieder öfter. 

Untrügliches Zeichen - Fall Gold, meine Lieblingshimbeere
Wie jedes Jahr Ende August - Nachbars Brombeeren sind der Hammer
Die ersten Astern setzen an
Das Königsbeet am Ende des ersten Jahres
Meine Entdeckung des Jahres - Zinnien. Nie wieder ein Jahr ohne sie!


Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...